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Redet, liebe Schwestern, um des Lebens willen! 20 Jahre Dozentur/Professur für Feministische Theologie an der Augustana-Hochschule

Mit Festvorträgen, Grußworten und ganz besonderer Musik wurde an der Augustana-Hochschule das 20jährige Jubiläum der Dozentur/Professur für Feministische Theologie/Gender Studies gefeiert.

Eingeleitet wurde der Festabend durch den Hochschulchor der Augustana unter Leitung vom KMD Andreas Schmidt mit dem Choral „Herr Christ, der einig Gotts Sohn“ von Elisabeth Cruciger, der ersten evangelischen Lieddichterin.

Prorektorin Prof. Dr. Heike Walz betonte in der Begrüßung die Bedeutung der Professur als „einziger unbefristeter Professur für Feministische Theologie im deutschsprachigen Raum“ und „Markenzeichen“ der Augustana-Hochschule. Sie dankte vor allem Prof. Dr. Renate Jost für die Etablierung dieser Professur.

Prof. Dr. Beate Hofmann, Wuppertal, skizzierte anschließend in groben Zügen die Vorgeschichte, v.a. die anfänglichen Diskussionen um Auftrag und Ziel einer solchen Dozentur, für welche Theologinnen wie Jutta Höcht-Stöhr, Brigitte Enzner-Probst und Hofmann selbst Verantwortung trugen, sowie die kirchenpolitischen Weichenstellungen bis hin zu Synodenbeschluss, Einrichtung und Besetzung mit Renate Jost.

Die ständige Vertreterin des Landesbischofs, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler skizzierte in einem vielschichtigen Festvortrag das „Frausein im 21. Jahrhundert“ als Situation zwischen „Hochleistungssport, Drahtseilakt und historischer Chance“. Immer wieder mit liebevollen Seitenhieben auf die anwesenden Männer gewürzt, diskutierte der Vortrag Klischees von Männern über Frauen („Frauen reden viel“) und abwertende Aussagen Martin Luthers über „kluge Frauen“, die als Zeichen von mangelndem Selbstbewusstsein gedeutete steigende Anzahl von Schönheitsoperationen bei Frauen, aber auch das durch Studien belegte höhere Ansehen von solchen Firmen, die Frauen auf Vorstandsposten berufen hätten. Reformation für Frauen, so Breit-Keßler, bedeute Stärkung der Autonomie, Unabhängigkeit von auferlegten Bildern und einen Kampf um gleiche Chancen. Das spezielle Profil der Frau hänge mit der Tatsache zusammen, dass sie „Leben schenke“: Wie bei der das Magnificat singenden Maria sei das Muttersein mit besonderem gesellschaftlichem Engagement verbunden, wie Protestaktionen von Müttern in Argentinien, Russland und Israel gegen Krieg und Gewalt zeigten. Ganz im Gegensatz zu männlichen Erwartungen sollten Frauen das Klagen üben, über alles reden, was in der Gesellschaft unter den Teppich gekehrt werde, und um die Wahrheit streiten: „Redet, liebe Schwestern, um des Lebens willen“. Die Perspektive für unsere Gesellschaft sei glänzend, wenn sich Männer und Frauen gegenseitig wirklich respektierten. In diesem Sinne, so Breit-Keßler, solle die Professur für Feministische Theologie „noch hundert Jahre“ ihren Dienst tun.

Prof. Dr. Irmtraud Fischer aus Graz erinnerte in ihrem kurzen Vortrag an die beiden anderen ehemaligen feministisch-theologischen Lehrstühle (Münster und Bonn, beide wie in Neuendettelsau mit Alttestamentlerinnen besetzt), die nicht mehr existierten. Auch wenn manche Studierenden und Verantwortlichen aus Kirchen- und Hochschulverwaltungen meinten, die Feministische Theologie habe ihr Ziel erreicht und sei obsolet, so sprächen doch Fakten wie Rückschritte in Gesellschaft und katholischer Kirche oder stärker werdender Fundamentalismus für eine fortwährende Daseinsberechtigung der Feministischen Theologie.

Pfarrerin Tina Binder und Dr. Sarah Jäger, ehemalige Mitarbeiterinnen der Professur, erzählten von Studium und Arbeit mit Prof. Jost und lobten Freiheit und Kreativität, die sie dabei erleben durften. Sie luden ein, sich im Rahmen des „Fördervereins des Internationalen Zentrums für feministische Forschung in Theologie und Religion e.V.“ einzubringen.

Stud. theol. Simon Hansbauer, Gleichstellungsreferent des AStA, rief die Anwesenden dazu auf, die Gleichberechtigung aller Studierenden zu bewahren und zu beschützen. Feministische Theologie schlage Brücken in die Gesellschaft und verleihe der Perspektive von Minderheiten Gewicht. Die Stimmen von Männern und Frauen zusammen seien eine große Bereicherung der Gesellschaft.

Im Schlusswort dankte Renate Jost allen Anwesenden, Studierenden, KollegInnen, Interessierten und FreundInnen, den Referentinnen und der ELKB. Die Professur für Feministische Theologie und Gender Studies sei, so das erneute Bekenntnis, ein Alleinstellungsmerkmal der Augustana-Hochschule.

Einen besonderen musikalischen Rahmen erhielt die Festveranstaltung durch die Darbietungen von KMD Sirka Schwartz-Uppendieck, Andrea Wurzer, Marion Ludwig und Michael Herrschel. Neben südamerikanischer Musik erklangen vor allem die von Herrschel gedichteten Magdalenen-Lieder sowie zwei französische Lieder. Das Publikum lauschte hingerissen und spendete langanhaltenden Applaus.

Dem anspruchsvollen und vielseitigen Abend schloss sich ein Empfang an, der in der hochschuleigenen Bar noch ausgiebig fortgesetzt wurde.

Prof. Dr. Renate Jost

Prorektorin Prof. Dr. Heike Walz

Prof. Dr. Beate Hofmann

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler

Prof. Dr. Irmtraud Fischer

Pfarrerin Tina Binder und Dr. Sarah Jäger

stud. theol. Simon Hansbauer

stud. theol. Michael Herrschel

Feministischer Literaturtisch

KMD Sirka Schwartz-Uppendieck, Michael Herrschel, Marion Ludwig und Andrea Wurzer


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