Mit dem erstmals nach Ende der Coronabeschränkungen wieder traditionellen Ablauf von Festakt, Abendessen, Abendmahlsgottesdienst und Frustbar ist das Wintersemester 2022/23 abgeschlossen worden.
In der von Quantifizierung bestimmten Gegenwart sei die qualitative Sicht auf den Menschen fundamental wichtig – nicht nur im Zeitalter der Digitalisierung, sondern besonders angesichts von Krieg und Naturkatastrophen, so der Rektor der Augustana-Hochschule, Prof. Dr. Christoph Asmuth in seiner Rede zum Semesterschluss am 16. Februar. Wie sonst könne die weltweit empfundene Freude über ein nach Tagen überlebend unter den Trümmern eines eingestürzten Hauses gefundenes Kind verstanden werden, wenn doch nach den Erdbeben in Syrien und der Türkei insgesamt unendliches Leid mit zehntausenden von Toten bilanziert werden müsse. Die Augustana sei ein Ort, wo diese Sicht auf Mensch und Wirklichkeit gedacht und gelebt werde. Studienerfolg bekäme von diesem Hintergrund erst seinen wirklichen Sinn.
Asmuth dankte im Anschluss an seine Rede der Verwaltungsleiterin Elisabeth Helmreich für alle Unterstützung und wiederholte die Glückwünsche der Hochschule zu deren runden Geburtstag. Ebenso dankte er PD Dr. Eckhard Zemmrich und Pfrin. Dr. Dagmar Heller für die Lehrstuhlvertretung im Fach Interkulturelle Theologie sowie Pfrin. Marleen Woerner für die Vertretung der Assistentur im Fach Praktische Theologie. Er gratulierte den Studierenden, die erfolgreich ihr Examen bestanden haben und verabschiedete all diejenigen, die den Studienort zum Sommersemester wechseln. Besonders dankte der Rektor den Mitgliedern des AStA für alles Engagement und die gute Zusammenarbeit.
Der Senior der Studierendenschaft, stud. theol. Alexander Cenner, erinnerte in seiner Ansprache an das Semestermotto „sapere aude“: Die Mitglieder der Augustana-Hochschule hätten es im abgelaufenen Semester in vielfältiger Weise gewagt, sich des eigenen Verstandes zu bedienen, und würden es auch weiterhin wagen. Trotz geringerer Studierendenzahlen sei der Semesterkalender mit Ball und Jubiläum als Höhepunkten aus allen Nähten geplatzt, gleichzeitig habe das gemeinschaftliche Leben, Diskutieren und Planen der Zukunft in diesem Präsenzsemester dafür gesorgt, dass es ein „gutes und würdiges Semester“ gewesen sei.
Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung im Pechmannhaus lag bei stud. theol. Georg von Bismarck am Flügel. Dem Festakt schloss sich ein gemeinsames Abendessen und der traditionelle Semesterschlussgottesdienst in St. Laurentius an, der von Chor und Posaunenchor der Augustana kirchenmusikalisch gestaltet wurde. In der „Frustbar“ wurden die internationalen Studierenden verabschiedet und der AStA übergab seine Amtsgeschäfte in launiger Weise an die neugewählten Studierendenvertreter*innen.
Das Sommersemester 2023 beginnt mit seinen Lehrveranstaltungen am 18. April.
Semesterschluss im Pechmann-Haus
Dank für den AStA
Posaunenchor
Chor
Verabschiedung der internationalen Studierenden
Erstsemesterwochenende 2022/23
Endlich konnte vom 20. bis 22. Januar wieder das traditionelle Erstsemesterwochenende stattfinden. 21 Studierende verbrachten drei spannende Tage in Stockheim am Igelsbachsee.
Unter Leitung von Pfr. Daniel Hoffmann und Studierendenpfarrer Dr. Janning Hoenen beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Rolle der Theologie in der Gesellschaft und der eigenen Verhältnisbestimmung von Wissenschaft und persönlichem Glauben. Eine spirituelle Seeumrundung und ein gemeinsam vorbereiteter Gottesdienst ließen auch die geistliche Ebene in diesem Themenfeld nicht zu kurz kommen. Special Guest Dr. Christian Rose, Assistent im Fach Altes Testament, nahm die Herausforderung an, auf dem „Heißen Stuhl“ Platz zu nehmen, und stand zu allen das Wochenende bestimmenden Fragen offen und sehr persönlich Rede und Antwort.
Eine Gruppe aus fortgeschrittenen Studierenden bildete das Küchenteam, das mit Unterstützung aus der Hochschulmensa für das leibliche Wohl sorgte. Es war ein Wochenende in froher Stimmung, mit respektvollem Umgang untereinander und in wunderbarer Gemeinschaft.
Foto: Jannis Fischer
Predigtreihe "Von Gott gesehen"
Rund um die Jahreslosung von 2023 „Du bist ein Gott, der mich sieht“ (1. Mose 16,13) rankt sich die kleine Predigtreihe der Augustana-Hochschule im Januar und Februar 2023, zu der herzlich eingeladen wird.
Drei Gottesdienste in St. Laurentius nähern sich diesem Thema von verschiedenen Seiten: Am 15. Januar (11 Uhr) predigt Prof. Dr. Stefan Seiler, Alttestamentler und Dozent für biblisches Hebräisch. Einen Abendgottesdienst am 29. Januar (18 Uhr) hält die Professorin für Praktische Theologie, Prof. Dr. Sonja Keller gemeinsam mit Studierenden. Den Abschluss macht Pfr. Johannes Weidemann, Assistent am Lehrstuhl für Systematische Theologie, am 12. Februar (11 Uhr).
Die reiche musikalische Ausgestaltung liegt jeweils beim Hochschulkantor, KMD Andreas Schmidt.
15. Januar, 11 Uhr: 2. Sonntag nach Epiphanias
Prof. Dr. Stefan Seiler
29. Januar, 18 Uhr: Letzter Sonntag nach Epiphanias
Prof. Dr. Sonja Keller mit Studierenden
12. Februar, 11 Uhr: Sexagesimae
Pfr. Johannes Weidemann
Bilder und Eindrücke von einer Iran-Studienreise
Im September 2022 unternahm eine Gruppe von Studierenden und Gästen der Augustana-Hochschule unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Pietsch und Dr. Christian Rose eine Studienreise in den Iran. Das Ziel waren kulturhistorisch bedeutsame Stätten, aber auch Begegnungen und Gespräche mit Menschen in den Städten und Dörfern dieses Landes.
Am 9. Januar 2023 um 19 Uhr berichten Teilnehmer*innen der Reise im Hörsaal IV des Pechmann-Hauses von ihren Eindrücken und zeigen Bilder, die sie gemacht haben und die Ihnen wichtig geworden sind. Herzliche Einladung!
Wenn Sie online teilnehmen möchten, schreiben Sie bitte eine Mail an christian.rose@augustana.de; Sie erhalten dann den Link zur Zoom-Sitzung.
Trauer um Prof. Dr. Hans Schneider
Die Augustana-Hochschule trauert um Professor Dr. Hans Schneider, der am 25. Dezember 2022 im Alter von 81 Jahren verstorben ist. Schneider war 1982 bis 1988 Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte an der Augustana, von 1985 bis 1987 deren Rektor.
Hans Schneider wurde 1941 in Marburg geboren und studierte Evangelische Theologie in Marburg, Zürich und Göttingen. Nach dem Vorbereitungsdienst versah er eine Assistentur am Lehrstuhl von Bernd Moeller in Göttingen, worauf er 1982 als Professor für Kirchengeschichte nach Neuendettelsau berufen wurde. 1988 erhielt er den Ruf auf die Professur für Kirchengeschichte am Fachbereich Evangelische Theologie der Universität Marburg, wo er bis zu seiner Emeritierung 2006 wirkte.
Forschungsschwerpunkte von Hans Schneider waren Luther und der Orden der Augustinereremiten (2009 legte er eine wichtige Neudatierung von Luthers Romreise vor), die Pietismusforschung sowie die hessische Territorialkirchengeschichte und die Geschichte der Universität Marburg.
Die Augustana bleibt ihm und seinem Wirken in Dankbarkeit verbunden. Unser Mitgefühl gilt seiner Ehefrau und seiner Familie.
Der dreieinige Gott lasse ihn von Angesicht zu Angesicht schauen, was er anderen sein Leben lang verkündigt hat.
Die Trauerfeier findet am Donnerstag, den 5. Januar 2023, um 14.00 Uhr in der Evangelischen Kirche in Marburg-Cyriaxweimar statt, mit anschließender Bestattung auf dem dortigen Friedhof.
Prof. Dr. Christoph Asmuth
Rektor
Weihnachtssingen, Weihnachtsabendmahl und Weihnachtsgottesdienste
Es geht eilends auf Weihnachten zu. Herzliche Einladung zu einigen besinnlichen Veranstaltungen und Gottesdiensten.
Mittwoch, 21. Dezember, 20.15 Uhr
Weihnachtssingen (Hörsaal IV)
Die Advents- und Weihnachtszeit ist in besonderer Weise eine Zeit des Singens. Singen kann man alleine – schöner ist es jedoch, mit anderen zusammen zu singen. Das wollen am kommenden Mittwoch im Rahmen eines Weihnachtssingens tun. Jeder und jede ist eingeladen, Liedwünsche mitzubringen. Auch musikalische Vortragsstücke oder kleine Sketche sind willkommen nach dem Motto „Wer ko, der däf“. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Die Veranstaltung soll insgesamt nicht länger als 90 Minuten dauern.
Ich bin ganz gespannt auf die Liedwünsche und Beiträge und freue mich auf das gemeinsame Singen!
gez. Andreas Schmidt, KMD
Donnerstag, 22. Dezember, 20.15 Uhr
Weihnachtsabendmahl (Kapelle)
Bevor Studierende und Dozierende den Campus für die Weihnachtspause verlassen. lädt Studierendenpfarrer Dr. Janning Hoenen zum traditionellen Weihnachtsabendmahl in der Kapelle ein. Im Anschluss gibt es an der Feuertonne vor dem Pechmann-Haus Punsch und Knabbereien. Der Posaunenchor spielt.
Samstag, 24. Dezember, 16.30 Uhr
Christvesper am Campus (vor der Kapelle)
Pfarrerin Julia Hoffmann und Pfarrer Daniel Hoffmann
Samstag, 24. Dezember, 18.30 Uhr
Christvesper in Unterrottmannsdorf
Studierendenpfarrer Dr. Janning Hoenen
Sonntag, 25. Dezember, 9 Uhr
Weihnachtsgottesdienst in Unterrottmannsdorf
Pfarrer Matthias Weiß
Sonntag, 8. Januar, 9 Uhr
Gottesdienst in Unterrottmannsdorf
Studierendenpfarrer Dr. Janning Hoenen
Internationale Akademische Konsultation „Theologie interkulturell – Die Zukunft der akademischen Theologie an kirchlichen Hochschulen“
Zum ersten Mal begegneten sich vom 1.bis 4. Dezember 2022 Rektoren, Dekane und Professor:innen aus sämtlichen Partnerhochschulen der Augustana-Hochschule persönlich. Anlass war die Akademische Konsultation im Rahmen des 75jährigen Jubiläums der Augustana mit spannenden Vorträgen zu aktuellen Herausforderungen der Theologie im 21. Jahrhundert in Afrika, Asien, Lateinamerika, den USA und Europa.
Das Netz unserer Partnerhochschulen spannt sich über den ganzen Globus nach Hongkong, Südafrika, Tansania, Brasilien, Costa Rica, USA, Rumänien, Italien und Frankreich. Diese Vielfalt macht den Reiz von ,Theologie interkulturell‘ aus. Solch einen bereichernden Partnerhochschulaustausch hatten sie noch nicht erlebt, betonten die Gäste.
Dozierende und Studierende der Augustana-Hochschule ergriffen in den Räumen des Centrums Mission EineWelt Neuendettelsau die Gelegenheit, mit den internationalen Gästen ins Gespräch zu kommen. Aus erster Hand erfuhren wir voneinander, welche theologischen Herausforderungen zurzeit unter den Nägeln brennen.
Theologie steht gegenwärtig im Zeichen von Mission, Diakonie und Ökumene. In Hongkong gilt Mission – im Sinne von Verkündigung und Diakonie – als die „Mutter der Theologie“, betonte Simon Chow, Neutestamentler am Lutheran Theological Seminary.
In rumänisch-orthodoxer Theologie geht „alle Diakonie vom Altar aus“, so Vasile Stanciu, Liturgiewissenschaftler an der Babeș-Bolyai-Universität Cluj-Napoca/Klausenburg. Den Geist der Ökumene zu pflegen, sei unter postsowjetischen Bedingungen besonders wichtig, auch als „kulturelle Ökumene“, „die von musikalischen und künstlerischen Aktivitäten getragen wird“. Der Chor der Augustana kommt bereits in den Genuss eines solchen Austauschs zu liturgischen Gesängen.
Die Christentumsgeschichte wird neu geschrieben. Alberto Melloni, römisch-katholischer Kirchenhistoriker an der Universität Modena und Reggio Emilia in Bologna, führte humorvoll zeitbedingte Prämissen und Engführungen der europäischen Ökumenegeschichte vor Augen.
Lateinamerika hat sich längst verabschiedet von dieser klassischen eurozentrischen Kirchengeschichtsschreibung, so Karla Koll, Historikerin und Theologin an der Lateinamerikanischen Biblischen Universität in San José in Costa Rica. Das neue Modell sei eine Religionsgeschichtsschreibung, welche die immense Diversität an alltäglichen religiösen Praktiken, Narrativen und Glaubensvorstellungen indigener und interkultureller Gemeinschaften – insbesondere von Frauen – zutage fördere.
Christlicher Nationalismus, politische Polarisierung und institutioneller Rassismus sind aktuelle Herausforderungen am Wartburg Theological Seminary in Dubuque/Iowa in den USA, so die Systematische Theologin Kristin J. Largen. In den jüngst veröffentlichten Stellungnahmen der Evangelisch-Lutherischen Kirche der USA tritt sie für eine inklusive Gemeinschaft mit der afroamerikanischen Bevölkerung und Native Americans ein.
Die Theologie muss dekolonisiert werden. Reginald W. Nel, Dekan und Missionstheologe an der Stellenbosch Universität in Südafrika, nahm uns auf eindrückliche Weise mit in gegenwärtige institutionelle Transformationsprozesse, orientiert an der Confession of Belhar von 1986. Im Widerstand gegen die bis heute wirkmächtige ,weiße‘ rassistisch-koloniale Apartheidstheologie sei Einheit nur durch Versöhnung und Gerechtigkeit möglich. „We are still grappling“ (Wir ringen noch), sagte er.
Diese Beschreibung trifft auch auf Frankreich und Deutschland zu. Gilles Vidal, Dekan der Faculté Libre de Théologie Protestante de Montpellier, Historiker der Zeitgeschichte und Missionstheologe, unterstrich den dekolonisierenden Effekt des akademischen Austauschs zwischen Frankreich, Neukaledonien und Marokko, gefördert durch die Missionsgesellschaft CEVAA (Communauté d’Églises protestantes en Mission) französischsprachiger protestantischer Kirchen in allen Kontinenten. Seiner Erfahrung nach gehören „Ideologiekritik“ an der kolonialen Geschichte der Sklaverei, „epistemologische Reflexion“ und „transformative Praxis“ zusammen.
Angesichts der deutschen Geschichte des Nazismus, Antisemitismus und Kolonialismus „muss unser theologisches Denken dekolonisiert werden“, stellte Heike Walz, Interkulturelle Theologin an der Augustana-Hochschule Neuendettelsau, fest. Aktuelle Debatten über das Relief von Wilhelm Löhes (1808-1872) Mission in Fürth sind ein Beispiel. Eine „dekoloniale Hermeneutik des Schweigens und Zuhörens“ kann von indigenen Qom/Toba Kirchen in Argentinien gelernt werden und dekoloniale Religionswissenschaft ließe sich am Beispiel von Menschenrechten und Tanz einüben.
Pfingstlich-charismatische Bewegungen sind zugleich eine Herausforderung und Chance, so lautete das Thema des Abschlusspodiums. Wilhelm Wachholz, Rektor und Kirchenhistoriker an den Faculdades EST in São Leopoldo in Brasilien, lud zu einer „radikalen Selbstkritik“ ein, da der Protestantismus durch seine „rationale Botschaft“ an Boden verloren habe; gleichzeitig sei aus lutherischer Sicht die in Brasilien gegenwärtig verbreitete „Wohlstandsreligion“ kritisch zu sehen.
Roger M. Wanke, Alttestamentler an der Lutherischen Fakultät der Theologie in São Bento do Sul, unterstrich den Beitrag der Theologie für die Gesellschaft. Am Beispiel von Hiob machte er eine biblische Theologie stark, die sich Luthers Dreiklang von oratio, meditatio und tentatio zu Herzen nehme und so „vor Gott“ bleibe und „mit Gott“ spreche.
Faustin L. Mahali, Neutestamentler und stellvertretender Vizekanzler der Tumaini Universität in Makumira in Tansania, machte den vitalen Beitrag der befreienden afrikanischen Theologien seit dem 20. Jahrhundert stark. Angesichts der charismatischen Bewegungen beobachte er jedoch eine Leerstelle, nämlich „Erlösung und Heil des Menschen sowohl in körperlicher, geistiger, sozialer, ökologischer als auch spiritueller Hinsicht zu betrachten“. Für eine alltagsrelevante Theologie seien praktische Module von Anfang an mit dem universitären Theologiestudium zu verzahnen.
Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Honorarprofessor für Systematische Theologie und Theologische Gegenwartsfragen in Bamberg und Außerordentlicher Professor für Systematische Theologie und Ekklesiologie in Stellenbosch, rundete die Konsultation mit seinem Vortrag über „Doing Public Theology in the One World“ ab. Er entfaltete Wegmarken einer schöpfungstheologischen, prophetischen und ökologischen Öffentlichen Theologie im Zeichen des Klimawandels. Als neu gewählter Vorsitzender des Zentralausschusses des Ökumenischen Rates der Kirchen ließ er Erfahrungen aus dem beeindruckenden ökumenischen Geist der Gemeinschaft auf der letzten Vollversammlung des ÖRK in Karlsruhe einfließen.
An diesen Tagen waren viele Sprachen zu hören, u.a. Rumänisch, Brasilianisch, Spanisch, Französisch, Swahili, Italienisch, Englisch oder Deutsch, in den Gesprächen auf dem Weg zum Kaffee, während des Ausflugs zum Nürnberger Christkindlesmarkt oder auf den Spazierwegen zu den Feierlichkeiten in der Augustana. Markus Mülke, Klassischer Philologe und Leiter des International Office, und Sung Kim, Studienleiter im Referat Bildung Weltweit in Mission EineWelt, stellten schriftliche und simultane Übersetzungen der englisch- und deutschsprachigen Vorträge zur Verfügung, eine wichtige Bereicherung für den Austausch und die Vernetzung.
Die Inspirationen aus der Konsultation haben unser Nachdenken über die zukünftige Forschung und Lehre der ,Theologie interkulturell‘ beflügelt. Wir freuen uns auf die geplante Publikation der Beiträge.
15. Dezember 2022, Prof. Dr. Heike Walz
Die internationalen Gäste auf dem Gruppenfoto: Simon Chow, Kenneth Tsang, Sung Kim, Eberhard Bons, Otfried Czaika, Gilles Vidal, Wilhelm Wachholz, Roger Wanke, Karla Koll, Heike Walz, Reginald W. Nel, Faustin Mahali, Miklós Kőszeghy, Vasile Stanciu, Krastu Banev, Stefan Iloaie, Frau Kőszeghy, Gabriele Hoerschelmann, Markus Mülke. Foto: Geraldo Grützmann
Weitere Fotos: Thomas Nagel, Reginald W. Nel, Daniel Weitz
Gruppenbild internationaler Gäste mit Landesbischof und Dozierenden
Einzug internationaler Gäste
Wolfgang Huber, Heike Walz, Reginald Nel
Moritz Fischer, Simon Chow, Christian Strecker, Heinrich und Deborah Bedford-Strohm
Deborah und Heinrich Bedford-Strohm, Tobias Friedlein, Sung Kim
Mit Festakt, Ball und Festgottesdienst hat die Augustana-Hochschule Neuendettelsau ihr 75jähriges Jubiläum gefeiert. Die Festredner stellten dabei die weiter wachsende Bedeutung der Hochschule für die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern heraus. Gleichzeitig fand in Kooperation mit Mission EineWelt eine internationale Konsultation zum Thema „Theologie Interkulturell. Zur Zukunft akademischer Theologie an kirchlichen Hochschulen“ statt.
Den Anfang der Feierlichkeiten machten am Freitagnachmittag (2. Dezember) eine Sitzung der „Freundinnen und Freunde der Augustana-Hochschule“ und der Willkommenskaffee für Ehemalige und gegenwärtige Studierende in der Mensa. Bei letzterem waren auch die Delegierten der Konsultation eingeladen und nutzten die Gelegenheit zur Begegnung. Der Rektor, Prof. Dr. Christoph Asmuth und Doris Reinelt, die Beauftragte für Alumni-Arbeit der Hochschule, gratulierten den Gästen, die vor 25, 50 oder mehr Jahren ihr Studium begonnen hatten. Prof. Dr. Stefan Seiler berichtete von der Sitzung der „Freundinnen und Freunde“ und warb für die Mitgliedschaft.
Beim Festakt am Freitagabend gratulierte das für die Augustana-Hochschule zuständige Mitglied des Landeskirchenrats, Oberkirchenrat Stefan Reimers, der Hochschule zu ihrem Geburtstag und dankte für die hervorragende Zusammenarbeit. Die Augustana sei ein „Kraftort der Landeskirche“, an dem „mitten in der Krise“ Neues entstehe. Prof. Dr. Peter Dabrock, Sprecher des Fachbereichs Evangelische Theologie der FAU Erlangen-Nürnberg, schloss sich den Glückwünschen an. Forschung und Lehre an der Augustana seien von Teamspirit und gemeinschaftlichem Leben geprägt. Dabrock lud zu weiterer und engerer Zusammenarbeit ein. Kreisrat Gerhard Korn überbrachte die Grüße von Landrat und Kreistag und verwies auf die Vorreiterrolle der Augustana für die Hochschulen im Landkreis Ansbach und die Chancen ihrer „vermeintlichen Ländlichkeit“.
Prof. Dr. Gury Schneider-Ludorff stellte den Hauptredner des Abends vor, den ehemaligen Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Huber. Dieser erinnerte in seinem Vortrag daran, dass die Augustana als Antwort auf eine Krise, den Nationalsozialismus und den damit verbundenen Missbrauch von Glaube und Religion, entstanden sei. Die die Kirchen momentan beschäftigenden Krisen seien keine Frage der Systemrelevanz und auch nicht allein eine Folge der Säkularisierung, sondern eine „Resonanzkrise“ (im Anschluss an die Begrifflichkeit des Soziologen Hartmut Rosa) und damit verbunden eine Vertrauenskrise. Enttäuschungen müssten aufgearbeitet werden. Statt Resignation sei Innovation gefragt, um auf das Auseinanderdriften der gesellschaftlichen Gruppen zu reagieren. Im Mittelpunkt der Reformbestrebungen müsse der Gottesdienst stehen, da hier nicht nur die „bewirkende“, sondern insbesondere die „bezeugende Kirche“ deutlich werde.
Rektor Prof. Dr. Christoph Asmuth bedankte sich im Namen der Hochschule für diesen Vortrag, den er als „tolles Geschenk“ und „Aufgabenpaket für die Zukunft“ würdigte. Im Anschluss wurde die Jubiläumsfestschrift „Theologische Aufbrüche. Perspektiven für Theologie und Kirche im 21. Jahrhundert“ überreicht. In aller Fragmentarität – so die Herausgeber – werde hier an der notwendigen Verständigung von Theologie und Kirche gearbeitet. Der Abend, der musikalisch von stud. theol. Franka Plössner (Klarinette) und KMD Andreas Schmidt (Klavier) gestaltet wurde, mündete in einen Empfang in der Mensa.
Der Samstagabend (3. Dezember) stand ganz im Zeichen des studentisch organisierten Augustana-Balls. Dem Motto „Es war einmal…“ angemessen waren die Vorlesungsräume vom Lustausschuss unter Leitung von Kulturreferent stud. theol. Benedict Seidel zu märchenhaften Festsälen umgestaltet worden. Mit gutem Essen und Trinken und viel Musik, die auch die Ehrengäste, Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm und seine Frau Deborah, auf die Tanzfläche lockte, verging der Abend viel zu schnell.
Der Festgottesdienst am 2. Adventssonntag (4. Dezember) in St Laurentius begann mit einem großen Einzug des gesamten Senats und der internationalen Gäste aus den Partnerhochschulen. Landesbischof Prof. Dr. Bedford-Strohm ergriff die Chance der erneuerten Perikopenordnung und predigte über das 2. Kapitel des Hohenliedes. Angesichts der Bedrohungen unserer Zeit sei die darin gepriesene Lust am Leben ein hoffnungsvoller und adventlicher Impuls für die „Arbeit für eine bessere Welt“. Neuendettelsau sei ein idealer Ort für die zur Bewältigung der Herausforderungen dringend nötige Bildung. Hier würden junge Menschen in einer Atmosphäre der tätigen Nächstenliebe und eines universalen Horizonts für den Pfarrberuf ausgebildet. Durch die Nähe zu Diakonie und Mission EineWelt sei ein akademischer Elfenbeinturm keine Option. Die „lebenszugewandten Worte“ des Hohenliedes, die – so der Landesbischof – ganz ähnlich in den vielen, an der Augustana entstandenen Liebesbeziehungen gesprochen worden sein dürften, seien eine Quelle der Kraft und der Hoffnung.
Oberkirchenrat Stefan Reimers führte den neuen Rektor, Prof. Dr. Christoph Asmuth, in sein Amt ein. Die Besetzung des Rektorenamtes durch einen Professor für Philosophie sei Symbol der Interdisziplinarität auch über die Theologie hinaus, die für heutige Theologie lebenswichtig sei. Er wünschte dem Rektor Erfolg und Beharrlichkeit für sein Amt und segnete ihn gemeinsam mit Prof. Dr. Gury Schneider-Ludorff und dem Senior der Studierendenschaft, stud. theol. Alexander Cenner, für seinen Dienst. Anschließend feierte die große Gemeinde ein festliches Abendmahl, musikalisch unterstützt vom Chor der Hochschule unter KMD Andreas Schmidt, dem Blechbläserquintett Onoldia-Brass aus Ansbach sowie Kantor Martin Binder.
Grußworte des Oberkirchenrats, des Neuendettelsauer Bürgermeisters Christoph Schmoll sowie des Seniors der Studierendenschaft und ein festliches Mittagessen am Campus der Hochschule schlossen sich an.
Die Jubilare mit Doris Reinelt und Rektor Prof. Dr. Christoph Asmuth
Oberkirchenrat Stefan Reimers
Prof. Dr. Peter Dabrock
Kreisrat Gerhard Korn
KMD Andreas Schmidt und stud. theol. Franka Plößner
Prof. Dr. Gury Schneider-Ludorff
Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Wolfgang Huber
Übergabe der Festschrift
Christoph Asmuth, Gury Schneider-Ludorff, Wolfgang Huber, Stefan Reimers
Büchertisch
Ein märchenhafter Hörsaal
Geschmücktes Foyer im Pechmannhaus
Vor dem Tanz spielt der Posaunenchor
Beim Tanz
Der Lustausschuss
St. Laurentius
Aufstellung zum Einzug
Der Hochschulchor
Festlicher Einzug
Festlicher Einzug
Prorektorin Prof. Dr. Sonja Keller
Studierendenpfarrer Dr. Janning Hoenen
Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm
Sonja Keller, Heinrich Bedford-Strohm, Alexander Cenner, Stefan Reimers, Gury Schneider-Ludorff, Christoph Asmuth
Einführungshandlung
Segnung
Beim Abendmahl
Gury Schneider-Ludorff, Stefan Reimers, Janning Hoenen, Heinrich Bedford-Strohm, Sonja Keller
Feierlicher Auszug
Exkursion ins Landeskirchliche Archiv
Am Freitag, den 18. November 2022 fuhren die Teilnehmenden des kirchengeschichtlichen Proseminars zum Thema „Confessio Augustana“ gemeinsam mit Kursleiter Dr. Tobias Jammerthal ins Landeskirchliche Archiv nach Nürnberg.
Dort erläuterte uns Dr. Daniel Schönwald zunächst einige Grundlagen der Arbeit des Landeskirchlichen Archivs und dessen Geschichte. Danach bekamen wir eine Führung durch die sieben Etagen des imposanten Gebäudes, wobei der Höhepunkt sicher die Präsentation einer Flugschriftensammlung mit original Dürer-Stichen war. Nach der Führung durften die Studierenden selbst einige Bücher aus der Reformationszeit, die im Landeskirchlichen Archiv lagern, inhaltlich untersuchen und begutachten.
Stud. theol. Lukas Büttner
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Im Archiv
Eva-Susanne Graffmann ist neue Leiterin der Augustana-Bibliothek
Die Augustana-Hochschule freut sich, mit Dipl.-Bibl. Eva-Susanne Graffmann eine neue Bibliotheksleiterin gefunden zu haben.
Eva-Susanne Graffmann ist auf der Ostalb aufgewachsen und begann 1997 das Studium des Bibliothekswesens in Hannover. Studienbegleitend absolvierte sie Praktika an der Staatsbibliothek Berlin und der Universität Sofia.
Seit Oktober 2001 ist sie an der Bibliothek Augustana-Hochschule beschäftigt. Zu Beginn nur für die Medienerwerbung zuständig, wurden die Aufgaben in den folgenden Jahren durch Retrokatalogisierungs-Projekte bei ortsansässigen Spezialbibliotheken sowie weiteren Aufgaben im Rahmen des bibliothekarischen Geschäftsgangs ergänzt. Darüber hinaus eröffneten sich Möglichkeiten, in der Erstellung und Pflege der Website aktiv zu werden.
Graffmann ist Nachfolgerin von Dipl.-Bibl. Armin Stephan, der zum Juli in den Ruhestand gegangen ist.
Das Bibliotheks-Team mit Dipl.-Bibl. Markus Bomba und Kathrin Wild wird außerdem durch Luisa Dölker verstärkt.
Zentrale Herausforderung für Graffmann mit Team wird sein, gemeinsam mit den Gremien der Hochschule eine Zukunftsvision für die Bibliothek zu entwickeln. Dafür fand im November unter großer Beteiligung der Studierenden- und Dozierendenschaft ein Themenabend zur „Zukunft der Bibliothek – Bibliothek der Zukunft“ statt.
Dipl.-Bibl. Eva-Susanne Graffmann mit der ehemaligen Rektorin Prof. Dr. Gury Schneider-Ludorff
Konzert zum Semesterbeginn: „300 Jahre Wohltemperiertes Klavier“
Im abendlichen Konzert zum Semesterbeginn stand das Wohltemperierte Klavier von Johann Sebastian Bach in Mittelpunkt, ein musikgeschichtlich hochbedeutendes Werk, dessen Erstpublikation sich in diesem Jahr zum 300. Mal jährt. Als Künstler war Torsten Laux zu Gast, Professor für künstlerisches und liturgisches Orgelspiel an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf und an der Hochschule für Evangelische Kirchenmusik in Bayreuth. In der Form eines Gesprächskonzerts wurde die musikalische Darbietung ergänzt durch Erläuterungen zu den Werken.
Laux formte die Präludien und Fugen Bachs auf dem Bechstein-Flügel des Hörsaals zu höchst individuell gestalteten Miniaturen, mal mit spielfreudig-virtuoser, mal mit klangsinnlicher, mal mit kontemplativer Gestalt. Dabei wusste er die Möglichkeiten des modernen Instruments in kundiger wie geschmackvoller Weise einzusetzen. In seinen Anmerkungen gab der Künstler Einblicke in die barocke Musiktheorie. Die ausgearbeitete Affekten- und Figurenlehre dieser Zeit stand ganz im Dienst der musikalischen Rhetorik. Die damals neuen wohltemperierten Stimmungssysteme machten zudem ein Spiel in allen Tonarten möglich, ohne dass der klangliche Charakter der einzelnen Tonarten verloren ging. Dies war eindrucksvoll an den einzelnen Stücken abzulesen. Im ernsten, „dorischen“ Präludium in d-Moll eröffneten sich ganz andere Klangwelten als in der heiteren Cis-Dur-Fuge, in der Laux ein Zwitschern der Vögel hörte. Bemerkenswert ist die anhand der cis-Moll-Fuge geäußerte Einsicht in den begrenzten Erkenntnisgewinn, den musikwissenschaftliche Analyseansätze für die Werkinterpretation bringen. Die Bachsche Musik entzieht sich letztlich der gedanklichen Erschließung. Allein in seiner Eigenschaft als Klangereignis hat das Werk Bestand.
Am Ende des Konzerts stand eine angeregte Diskussion mit dem Publikum über inhaltliche und interpretatorische Fragen.
Andreas Schmidt, KMD
Fotos: John Benedikt Pohler
Gegenstand des Konzerts war das Wohltemperierte Klavier von Johann Sebastian Bach
Hochschulkantor KMD Andreas Schmidt begrüßt die Gäste und führt in das Konzertprogramm ein
Prof. Laux am Flügel…
…und am Vortragspult des Hörsaals IV
Semestereröffnung Winter 2022/23
An der Augustana-Hochschule ist das Wintersemester 2022/23 eröffnet worden, in dem die Hochschule ihr 75jähriges Jubiläum feiert.
In der Andacht zum Semesterbeginn ermutigte Studierendenpfarrer Dr. Janning Hoenen mit Jeremia 1,7 („Sage nicht, ich bin zu jung“) zum Aufbruch in Theologie und Kirche und segnete die neuen Mitarbeiterinnen der Bibliothek sowie den AStA. Musikalisch gestaltet wurde der geistliche Auftakt vom Posaunenchor unter Leitung von stud. theol. Moritz Weidt sowie cand. theol. John Pohler und stud. theol. Tim Wagner an der frisch überholten Orgel.
Beim anschließenden Festakt im Pechmann-Haus hieß der neue Rektor, Prof. Dr. Christoph Asmuth, alle Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden willkommen und pries die Gemeinschaft des Augustana-Campus als „milde Salbe in der Krisenzeit“. Besonders begrüßte er die 11 Erstsemester sowie zahlreiche Studierende aus dem Ausland und wünschte ein ertragreiches und trotz vielfältiger Veranstaltungen entspanntes Semester.
Der Senior, stud. theol. Alexander Cenner, verkündete das Semestermotto: Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!
Die musikalische Umrahmung lag bei stud. theol. Georg von Bismarck, stud. theol. David Lintzmeyer sowie stud. theol. Franka Plössner.
Alle neu an die Hochschule gekommenen Studierenden konnten anschließend in den sogenannten „Dozi-Dates“ sämtliche Professor*innen in ihren Büros besuchen und so einen ersten Kontakt zu den Lehrstühlen und Professuren knüpfen.
Im Wintersemester stehen eine Reihe besonderer Veranstaltungen an:
Am Buß- und Bettag (16. November, 19 Uhr) und zum Ende der Ökumenischen Friedensdekade feiert die Augustana gemeinsam mit Diakoneo einen Abendmahlsgottesdienst in St. Laurentius im Zeichen des Nagelkreuzes von Coventry.
Am Augustana-Tag begeht die Hochschule ihr 75jähriges Jubiläum: Dazu wird der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Prof. Dr. Wolfgang Huber zum Festvortrag erwartet (Freitag, 2. Dezember, 18 Uhr). Am Samstag, 3. Dezember, findet der traditionelle Ball der Studierenden statt. Am Sonntag, 4. Dezember, ist um 10 Uhr Festgottesdienst mit Einführung von Prof. Dr. Christoph Asmuth als Rektor. Die Festpredigt hält Landesbischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, der Hochschulchor unter Leitung von KMD Andreas Schmidt präsentiert festliche Chormusik von John Rutter, Vytautas Miškinis u.a. Zudem veranstalten aus Anlass des Jubiläums Augustana und Mission EineWelt eine internationale Konsultation zum Thema „Theologie Interkulturell. Zur Zukunft akademischer Theologie an kirchlichen Hochschulen“, zu der Delegierte aus vielen Partnerhochschulen erwartet werden.
Im Januar/Februar wird es eine kleine Predigtreihe von Hochschulgottesdiensten geben. Thema ist „Von Gott gesehen“.
Das Wintersemester 2022/23 dauert bis zum 16. Februar 2023.
Fotos: John Benedikt Pohler
Andacht
Segnung der neuen Mitarbeiterinnen und des AStA
stud. theol. Georg von Bismarck
Rektor Prof. Dr. Christoph Asmuth
Begrüßung der Erstsemester
stud. theol. David Lintzmeyer
Senior stud. theol. Alexander Cenner
Verwaltungsleiterin Elisabeth Helmreich
stud. Teresa Schulte und stud. theol. Franka Plößner
Studierendenpfarrer Dr. Janning Hoenen
„Leuchtturmprofessur“ für Feministische Theologie und Gender Studies feiert 25jähriges Jubiläum
Mit einem großen Festakt ist an der Augustana-Hochschule das 25jährige Jubiläum der Dozentur/Professur für Feministische Theologie und Gender Studies gefeiert worden. Gemeinsam mit Festrednerin Prof. Dr. Mira Sievers (Berlin) entwickelten verschiedene Theologinnen „Perspektiven für Feministische Theologie und Gender Studies für die Zukunft“.
Rektor Prof. Dr. Christoph Asmuth begrüßte das zahlreich erschienene Publikum zur Jubiläumsfeier dieser „letzten vollen Professur dieser Sorte“. Es handle sich um eine „Leuchtturmprofessur“, auf welche die Hochschule und mit ihr die Bayerische Landeskirche besonders stolz sei.
Die Inhaberin der Professur, Prof. Dr. Uta Schmidt, verwies in ihrer Einführung auf das sehr verbreitete Staunen, dass es an einer evangelischen Hochschule solch eine Professur gebe. Charakteristisch für das Profil der Professur sei die Verschränkung von Geschlechter- und Gerechtigkeitsfragen. Themen seien hier beispielsweise Vulnerabilität und Resilienz. Forschungsschwerpunkt sei aktuell das aus den aktuellen Krisen (Klimanotstand, Ukraine-Krieg) neu erwachte Interesse an der Apokalyptik. Insgesamt gehe es darum, wie aus Theorien der feministischen Forschung sowie der Gender und Queer Studies explizit feministisch-theologische Themen würden.
Die ehemalige Professorin für Feministische Theologie und Frauenfragen, Prof. em. Dr. Renate Jost dankte zunächst der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern für Errichtung und Erhalt sowohl der Professur als auch der Augustana-Hochschule insgesamt. Sie schilderte anschließend die Entwicklung der Dozentur von der Aufbauzeit, in der in guter Zusammenarbeit mit den Kolleg*innen die interdisziplinäre Ausrichtung etabliert wurde, über die ab 2000 aufkommende innerkirchliche Spardiskussion, die viel Aufklärungsarbeit über Inhalt und Bedeutung der Dozentur gegenüber den Entscheidungsträger*innen nötig werden ließ, bis hin zur Verwandlung der Dozentur in eine Professur im Jahr 2003. Dies habe zur Schärfung des interdisziplinären, internationalen und interreligiösen Profils und zur Gründung des Internationalen Instituts für Feministische Forschung in Theologie und Religion im Jahr 2008 geführt. Im gleichen Jahr sei die Professur verstetigt worden, was neue Forschungstätigkeit ermöglicht habe. In Vorbereitung auf die Neuausschreibung der Stelle nach Emeritierung von Prof. Jost sei der Name der Professur zu „Feministische Theologie und Gender Studies“ aktualisiert worden.
Höhepunkt des Abends war der Festvortrag von Juniorprofessorin Dr. Mira Sievers (HU Berlin) mit dem Thema „Feministische Islamische Theologie. Das Beispiel der Ehe in der islamischen Ethik“. Anknüpfend an die Situation im Iran gab Sievers einen kurzen historischen Überblick über die Entwicklung des Feminismus im Islam. Sei im späten 19. Jahrhundert zunächst ein „Kolonialer Feminismus“ entstanden, der sich für eine Überwindung der Unterdrückung der Frau in islamischen Ländern durch eine Abwendung vom Islam einsetzte, habe später ein „Muslimischer Feminismus“ mit Argumenten des islamischen Modernismus für mehr Frauenrechte gekämpft. Seit den 1990er Jahren habe sich ein „Islamischer Feminismus“ entwickelt, der durch den Koran begründet für die Gleichberechtigung von Mann und Frau argumentiert habe. Dessen hermeneutische Prämissen seien seit den 2000er Jahren zunehmend kritisiert worden.
Feministische islamische Theologie finde, so Sievers, momentan vor allem in der Koranauslegung, aber auch der Rechtsauslegung statt. In anderen Disziplinen befinde sich diese Perspektive erst in den Anfängen, v.a. in der Ethik. Den Begriff „Ethik“ gebe es jedoch eigentlich in der herkömmlichen islamischen Theologie nicht – er sei eine „phänomenologische Vorkennzeichnung“, die gegenseitige Verständigung ermögliche, aber auch Missverständnisse hervorrufe.
Am Beispiel der Ehe bzw. dem Akt der Unterzeichnung des Ehevertrags nach Islamischen Recht zeigte Sievers detailliert, welches Frauenbild in der Tradition vorherrscht und welche Verschiebungen auftreten, wenn sich die Annahmen über Frauen verändern.
Insgesamt betonte Sievers, dass Feministische Islamische Theologie möglich und notwendig, eine Ausweitung der feministischen Perspektive über die Koranauslegung hinaus auf andere Disziplinen dringend nötig sei. Die Genderperspektive habe eine große Bedeutung für die Vergegenwärtigung und Aktualisierung der islamischen Theologie.
Die anschließende Podiumsdiskussion mit Pfarrerin Christine Stradtner als Moderatorin und Prof. Dr. Uta Schmidt, Prof. Dr. Heike Walz, Prof. Dr. Sievers sowie Charlotte Jacobs und Carlotta Israel (beide wissenschaftliche Mitarbeiterinnen LMU München) als Diskutantinnen vertiefte Aspekte des Festvortrags und beleuchtete zahlreiche Facetten Feministischer Theologie und Gender Studies heute. Einig waren sich die Podiumsteilnehmerinnen, dass Feministische Theologie und Gender Studies nur interkulturell und interreligiös sein können, wenn sie gesellschaftsrelevant sein sollen.
Die musikalische Gestaltung des Abends lag bei stud. theol. Franka Plössner.
Fotos: John Benedikt Pohler
Prof. Dr. Uta Schmidt
Prof. em. Dr. Renate Jost
Juniorprofessorin Dr. Mira Sievers
Das Podium
(von links) Carlotta Israel, Heike Walz, Charlotte Jacobs, Christine Stradtner, Renate Jost, Mira Sievers, Uta Schmidt
Theologiestudium an der Augustana in Zeiten von Corona
An der Augustana-Hochschule wird intensiv Theologie studiert – trotz der nach wie vor geltenden Corona-Einschränkungen. Die Lehrveranstaltungen des gerade abgelaufenen Wintersemesters 2021/22, insbesondere auch die Sprachkurse, konnten größtenteils in Präsenz und in hybriden Formaten durchgeführt werden! Dass die Prüfungen am Ende des Semesters dann insgesamt sehr erfreulich ausgegangen sind, ist auch ein Ergebnis des gemeinsamen Vorgehens. Glücklich und dankbar sind wir, dass unsere Hochschule auch nach zwei Jahren Pandemie bislang ohne schweren Krankheitsfall bleiben durfte.
Das anstehende Sommersemester 2022 wird nach derzeitigem Stand wieder vollständig in Präsenz ablaufen können. Alle Angehörigen der Hochschule freuen sich damit auf die Rückkehr zum Lehren und Lernen, aber auch zum täglichen Campusleben unter weitgehend „normalen“ Bedingungen, gerade in diesem Jubiläumsjahr der Hochschule. So sind der lebendige Austausch zwischen Dozierenden und Studierenden, aber auch das Gespräch und die Diskussion untereinander wieder überall möglich. Darauf ist das Theologiestudium unbedingt angewiesen!
Der überaus hohe Anteil von geimpften Personen unter Studierenden, Dozierenden und Mitarbeitenden erlaubt nahezu reibungslose Abläufe in allen Bereichen der Augustana – neben der Lehre natürlich auch in der Bibliothek, der Mensa und den Wohnheimen. Gerade die Hochschulbibliothek ist wieder nahezu uneingeschränkt nutzbar und bietet den Studierenden am Campus alle gewohnten Serviceangebote des Bibliothekspersonals bei der Nutzung wissenschaftlicher Literatur: Bei der Vorbereitung von Prüfungen und Abfassung von schriftlichen Arbeiten ein unschätzbarer Vorzug unserer Hochschule!
Einzelne Teile des Lehrprogramms werden die in den vergangenen Semestern erfolgreich erprobten didaktischen Formen der virtuellen Lehre auch für die Zukunft fortentwickeln, insbesondere Webinar-Formate und interaktive Videokonferenzen. So können etwa im Rahmen des International Course Exchange Studierende der Augustana weiterhin an online-Lehrveranstaltungen internationaler Partnerhochschulen teilnehmen (derzeit z.B. in den USA), bei Anerkennung von Leistungspunkten für das eigene Studium und in der jeweiligen Landessprache.
Individuelle Studienberatung und Seelsorge, das studentische Hochschulleben und die geistliche Gemeinschaft am Campus sind seit jeher Markenzeichen unserer Hochschule. Zahlreiche geistliche Angebote, wie Andachten und Gottesdienste, finden unter den geltenden Hygienebestimmungen ebenso wieder am Campus statt wie gemeinsamer Sport und unser schöner Biergarten. Auch die weithin berühmte Augustana-Bar wird in Kürze wieder öffnen! Weiterhin bereichern unsere internationalen Stipendiaten aus aller Welt den Campus. Längere Studienaufenthalte im Ausland werden auch unter den derzeitigen Bedingungen von zahlreichen Studierenden der Augustana geplant und durchgeführt.
Gemeinsam mit dem AStA und der Studierendenschaft wird eine Vielzahl von Aktivitäten am Campus veranstaltet (online und in Präsenz): von Taizé-Andachten über Umwelt- und Politabende bis hin zu besonderen Angeboten für die Erst- und Zweitsemester.