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Objektiver Idealismus und Theismus – ein Abend mit Vittorio Hösle anlässlich der Emeritierung von Prof. Dr. Peter L. Oesterreich

Mit einem eindrucksvollen Festvortrag von Prof. Dr. Vittorio Hösle, Musik, Laudatio, Sketch und Übergabe einer Festschrift ist die Emeritierung des Lehrstuhlinhabers für Philosophie, Prof. Dr. Peter L. Oesterreich begangen worden.

Nach der fulminanten Eröffnung mit dem Intermezzo Nr. 2 (Op. 118) von Johannes Brahms durch stud. theol. Hannah Lichtinger am Flügel begrüßte die Rektorin, Prof. Dr. Heike Walz, die zahlreichen Gäste aus Nah und Fern, darunter den Festredner Prof. Dr. Vittorio Hösle und den zu Ehrenden, Prof. Dr. Peter L. Oesterreich.

Prof. Dr. Markus Buntfuß fiel die Aufgabe zu, Vittorio Hösle vorzustellen. Hösle sei einer der wichtigsten Philosophen der Gegenwart und die University of Notre-Dame, wo Hösle seit 1999 als Professor wirkt, stehe als Elite-Universität auf einer Stufe mit Yale und Harvard, zeige als kirchliche Hochschule aber auch illustre Parallelen zur Augustana. Hösles Publikationsliste umfasse mehr als 300 Veröffentlichungen, die für jeden Geschmack etwas biete: Von Hegel über Woody Allen und das „Café der toten Philosophen“ (ein Philosophiebuch für Kinder und Erwachsene) bis hin zur „geschichtsphilosophischen Kartierung der Gegenwart“ unter dem Titel „Globale Fliehkräfte“.

Seinem Festvortrag stellte Hösle einige persönliche Bemerkungen voran. Er sei mit Oesterreich seit 1993 persönlich bekannt, der erste Austausch sei über die jeweiligen Lieblingskomponisten Wagner und Verdi erfolgt und Oesterreichs Spezialthema „Rhetorik“ sehe er als entscheidendes Fach für zukünftige Prediger*innen an: „…damit die Leute im Gottesdienst nicht ärgerlich werden“. Neidisch sei er auf die Tatsache, dass das Nahen Oesterreichs auf dem Campus von den Studierenden mit „da kommt der Philosoph“ kommentiert werde, ein Attribut, das im antiken Kontext allein Aristoteles zugekommen sei. Auch scheine ob der zahlreichen Verbindungen zu anderen Einrichtungen und Orten Neuendettelsau so etwas wie das „Zentrum der Welt“ – eine mutige Charakterisierung, die auf große Zustimmung des Publikums traf.

„Objektiver Idealismus und Theismus“ war der Titel des Vortrags, den Hösle in Auseinandersetzung mit Thomas Nagels Buch „Mind and Cosmos: Why the Materialist Neo-Darwinian Conception of Nature Is Almost Certainly False“ (2012) und Ronald Dworkins Schrift „Religion without God“ (2013) hielt. Mit Nagel verwarf Hösle den Naturalismus, der – obgleich Mainstream – irre, da er z.B. weder Grund noch zeitlichen Ablauf der Entstehung von Bewusstsein noch den Wahrheitsanspruch von Erkenntnis erklären könne. Mit Dworkin diskutierte er die Möglichkeit, „Religion“ zu denken, ohne die Existenz eines Gottes vorauszusetzen. Er, Hösle, halte einen an Hegel und Schelling anknüpfenden Objektiven Idealismus in atheistischer Form für möglich, in theistischer Form aber für sinnvoller. Die Vorstellung von Gott als Person, die etwa Rachegelüste habe, sei abzulehnen. Stattdessen würden Gott und Vernunft im Objektiven Idealismus zusammenfallen, Werte und Normen wie auch physikalische Gesetze besäßen Gültigkeit, nicht weil sie Gott autoritär gesetzt habe, sondern weil sie vernünftig seien.

Virtuosität und Eindringlichkeit, mit denen Hösle seinen Vortrag präsentierte, wurden aufgenommen von stud. theol. Franka Plössner an der Klarinette und stud. theol. Hannah Lichtinger am Flügel mit einem Duett von Carl Baermann, das den offiziellen Teil des Festaktes beschloss.

Den anschließenden Empfang gestalteten der Posaunenchor der Augustana-Hochschule („Über den Wolken“), PD Dr. Markus Mülke mit einer grandiosen, „über die Bande gespielten“ Laudatio auf diverse, Prof. Oesterreich umgebende Objekte und Institutionen (z.B. die Karteikarte, die jener in der Vorlesung verwendete oder die Hersteller seiner fahrbaren Untersätze) sowie eine Gruppe Studierender, die eine philosophisch verschärfte Version von Monty Pythons „Fußballspiel der Philosophen“ zur Aufführung brachten.  Schließlich überreichte Prof. Dr. Michael Pietsch die zu Ehren von Prof. Oesterreich erstellte Festschrift „Pithanologie. Exemplarische Studien zum Überzeugenden“ (2020).

Hierfür und für den gesamten Abend dankte Prof. Oesterreich und verriet noch ein entscheidendes Detail: Die Ausschreibung für die Besetzung des Lehrstuhls für Philosophie an der Augustana habe ihm damals eben Vittorio Hösle in sein bescheidenes Arbeitszimmer gebracht. Sein Vortrag über das Böse bei den Probevorlesungen habe das „Wunder von Neuendettelsau“ bewirkt – dass er berufen worden sei und hier lehren und forschen konnte.

Ausklingen konnte der Abend in der Bar.

Fotos: Jannis Fischer

Prof. Dr. Peter L. Oesterreich

Prof. Dr. Peter L. Oesterreich

Rektorin Prof. Dr. Heike Walz

Rektorin Prof. Dr. Heike Walz

Prof. Dr. Markus Buntfuß

Prof. Dr. Markus Buntfuß

Prof. Dr. Vittorio Hösle

Prof. Dr. Vittorio Hösle

Prof. Dr. Vittorio Hösle und Rektorin Prof. Dr. Heike Walz

Prof. Dr. Vittorio Hösle und Rektorin Prof. Dr. Heike Walz

Prof. Dr. Vittorio Hösle, Rektorin Prof. Dr. Heike Walz und Prof. Dr. Peter L. Oesterreich

Prof. Dr. Vittorio Hösle, Rektorin Prof. Dr. Heike Walz und Prof. Dr. Peter L. Oesterreich

stud. theol. Hannah Lichtinger und stud. theol. Franka Plössner

stud. theol. Hannah Lichtinger und stud. theol. Franka Plössner

Der Posaunenchor

Der Posaunenchor

Beim Empfang

Beim Empfang

PD Dr. Markus Mülke

PD Dr. Markus Mülke

Fußballspiel der Philosophen

Fußballspiel der Philosophen

Das begeisterte Publikum

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Prof. Dr. Peter L. Oesterreich erhält die Festschrift

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Das fast vollständige Professorium

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Autor*innen der Festschrift

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