Die besondere Veranstaltung war Teil der Übung „Neutestamentliche Theologie auf dem Weg“ von Daniel Hoffmann. In der Übung, die in diesem Sommersemester normalerweise am frühen Dienstagnachmittag stattfindet, geht es darum, das Gehen als alternative theologische Praxis zum Sitzen zu erproben. Alle Sitzungen finden als Begehungen in unterschiedlicher Form statt. Dabei werden neutestamentliche Texte zum Thema Gehen und Weg bedacht, besprochen und eben begangen.
Das Gehen zum Sonnenaufgang am Ortstrand Neuendettelsaus in Richtung Osten stand im Zeichen von Joh 20,1–18, dem Ostertext des Johannesevangeliums, der „frühmorgens, als es noch dunkel war“, spielt. Die abschnittsweise Lesung des Bibeltextes wurde ergänzt durch philosophisch-literarische Gedanken zum Gehen von F. Gros und E. Kagge sowie die Auslegung des Bibeltextes durch K. Wengst. Nach einer längeren Phase des Gehens im Schweigen stand auf der zweiten Weghälfte der Austausch miteinander über die Impulse, Texte und das Gehen in der Früh im Fokus. Die aufgehende Sonne, das Zwitschern der Vögel, ein Schluck heißer Tee am Wendepunkt des Wegs, der Blick ins intensive Morgenrot, anregende Gespräche und Impulse werden diese besondere Begehung noch lange nachwirken lassen.
Daniel Hoffmann


