Sommersemester 2026 – Altes Testament
| VL = Vorlesung | PS = Proseminar | SE = Seminar |
| UE = Übung | SK = Sprachkurs | OS = Oberseminar |
| IK = Integrationskurs | SO = Sozietät | KL = Kolloquium |
| IS = Integrationsseminar | IÜ = Integrationsübung | HS = Hauptseminar |
| LP = Leistungspunkte (~ Credit Points) | WS = Wochenstunden | SWS = Semesterwochenstunden |
| Verwendbarkeit: | ||
| BM = Basismodul | AM = Aufbaumodul | WPM = Wahlpflichtmodul |
| WB = Wahlbereich | IBM = Interdisziplinäres Basismodul | IAM = Interdisziplinäres Aufbaumodul |
Lehrangebote Altes Testament
2. VL Das Buch Hiob (Pietsch)
| Nr. | Art | Titel und Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
|---|---|---|---|---|---|
| 2. | VL | Das Buch Hiob Verwendbarkeit: BM, AM | 3 | 3 | Pietsch |
- Die Vorlesung setzt Hebräischkenntnisse voraus. Sie kann im modularisierten Studium im Basis- bzw. Aufbaumodul Altes Testament oder im Wahlbereich belegt werden und ist zwischenprüfungsrelevant. Die Vorlesung findet 2-stündig in Präsenz statt. Die dritte Stunde wird im Selbststudium erarbeitet (vorbereitende sprachliche Erschließung der in der Vorlesung behandelten Texte).
- Das Hiobbuch ist ein Stück Weltliteratur und zugleich eine der schwierigsten Schriften des Alten Testaments. Es fordert seine Leser:innen heraus und führt sie bis an die Grenzen menschlicher Selbst- und Gotteserfahrungen. Die Dichter loten die Untiefen dessen aus, was über Gott gedacht und gesagt werden kann. Im Gespräch zwischen Hiob und seinen Freunden suchen sie nach tragfähigen Antworten auf die erfahrene Krise der Gottesferne, ohne dass sie ihr Ziel erreichen könnten. Muss der Mensch sich in sein Schicksal ergeben? Ist er selbst an seinem Elend schuld? Oder hat Gott am Ende auch eine satanische Seite?
Die Vorlesung will diesem Gespräch anhand ausgewählter Textanalysen folgen, die theologischen und anthropologischen Kernaussagen der Protagonisten erheben und ihre Relevanz für eine (post‑)moderne christliche Theologie und kirchliche Praxis diskutieren. - Literatur:
- Clines, D.J.A., Job, 3 Bde., WBC 17–18B, Dallas u.a. 1989–2011
- Ebach, J., Streiten mit Gott. Hiob, 2 Bde., Neukirchen-Vluyn 2009
- Krüger, T. u.a. (Hg.), Das Buch Hiob und seine Interpretationen, AThANT 88, Zürich 2007
- Lux, R., Hiob. Im Räderwerk des Bösen, BG 25, Leipzig 2012
- Witte, M., Das Buch Hiob, ATD 13, Göttingen 2021
3. HS Abraham und Sara (Pietsch)
| Nr. | Art | Titel uns Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
|---|---|---|---|---|---|
| 3. | HS | Abraham und Sara Verwendbarkeit: AM | 2 | 3 | Pietsch |
- Das Hauptseminar setzt das Hebraicum sowie den Besuch eines exegetischen Proseminars voraus. Es kann im modularisierten Studium im Aufbaumodul Altes Testament oder im Wahlbereich belegt werden.
- Abraham ist eine der wichtigsten Identifikationsfiguren im Judentum, Christentum und Islam und spielt eine bedeutende Rolle im interreligiösen Dialog. Dies hängt nicht zuletzt mit seiner Funktion als Träger der Verheißungen von Nachkommenschaft, Land und Segen zusammen, deren Erfüllung in den verschiedenen Traditionen unterschiedlich gedeutet wird. Die biblische Überlieferung zeichnet ein komplexes und ambivalentes Bild von Abraham, das zwischen Glauben und Zweifel oszilliert. Dabei steht Abraham jedoch nicht allein, sondern ist stets mit Sara, seiner Frau, zusammenzudenken, deren Porträt nicht weniger schillernd und theologisch herausfordernd ist.
Im Seminar sollen die verschiedenen Konzeptionen und Konfigurationen der Erzählungen über Abraham und Sara an ausgewählten Textbeispielen narratologisch analysiert und theologisch diskutiert werden. In einem Ausblick sollen dann exemplarische Rezeptionsweisen der Abrahamfigur in den drei monotheistischen Religionen vorgestellt und ins Gespräch zueinander gesetzt werden. - Literatur:
- Blum, E., Die Komposition der Vätergeschichte, WMANT 57, Neukirchen-Vluyn 1984
- Böttrich, C. u.a. (Hg.), Abraham in Judentum, Christentum und Islam, Göttingen 2009
- Fischer, I., Die Erzeltern Israels. Feministisch-theologische Studien zu Genesis 12–36, BZAW 222, Berlin / New York 1994
- Gunkel, H., Genesis, HK I/1, 9. Aufl., Göttingen 1977
- Jacob, B., Das Buch Genesis. Das erste Buch der Tora, Berlin 1934 (ND Stuttgart 2000)
- Köckert, M., Abraham. Ahnvater – Vorbild – Kultstifter, BG 31, Leipzig 2017
- Willi-Plein, I., Das Buch Genesis. Kapitel 12–50, NSK.AT I,2, Stuttgart 2011
4. HS Schönheit in der griechischen Bibel (Pietsch / Strecker / Mülke / Bons)
| Nr. | Art | Titel und Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
|---|---|---|---|---|---|
| 4. | HS | „Schönheit in der griechischen Bibel“ (Summer-School; geblockt; s. Nr. 11; Nr. 56) Verwendbarkeit: AM | 2 | 3 | Pietsch / Strecker / Mülke / Bons |
Termin: 27.–29. Juli 2026
- Die Teilnahme an der Summer-School setzt das Graecum und den Besuch eines exegetischen Proseminars voraus. Das Seminar kann im modularisierten Studium im Aufbaumodul Altes oder Neues Testament sowie im Wahlbereich belegt werden. Die Arbeitsform besteht aus Kurzvorträgen und Workshops, die von Fachwissenschaftler:innen aus dem In- und Ausland durchgeführt werden. Die Unterrichtssprache ist Englisch. Im Juni ist zusätzlich ein digitales Vorbereitungstreffen geplant (nähere Informationen folgen).
- „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut.“ Mit diesen Worten beendet der erste Schöpfungsbericht die Aufzählung der Schöpfungswerke (Gen 1,31). Erstaunlicherweise übersetzt die Septuaginta in Gen 1 ṭôb („gut“) jeweils mit καλόν „schön“. Was Gott in den ersten sechs Schöpfungstagen gemacht hat, gilt als „schön“. Dies bleibt jedoch keine isolierte Aussage. Rund zweihundert Jahre später führt die Weisheit Salomos, die von vornherein in griechischer Sprache verfasst wurde, diesen Gedanken weiter und behauptet, dass aus der Schönheit der Schöpfungswerke der Schöpfer erkannt werden könne (Weish 13,5). Das Thema der Schönheit wird in den Texten der Septuaginta, aber auch im Neuen Testament auf verschiedene Weise entfaltet. Nicht nur die Schönheit von Menschen – Frauen und Männern – kommt zur Sprache, sondern auch diejenige von Natur oder von menschlichen Artefakten wie Gebäuden oder Städten. Auch kann der Verlust von Schönheit beklagt werden.
Die Summer-School setzt sich das Ziel, das bisher noch nicht hinreichend studierte Thema der Schönheit in der griechischen Bibel – Septuaginta und Neues Testament – in Vorträgen und Workshops eingehend zu behandeln. Bei der intensiven Arbeit an den biblischen Texten sollen auch deren verschiedene historische, literarische und theologische Voraussetzungen und Kontexte im Blick sein, also neben der hebräischen Bibel auch die griechische Literatur und Philosophie sowie die Zeugnisse des jüdisch-hellenistischen Ägyptens. Ausblicke auf die frühchristliche Bibelexegese können das Panorama vervollständigen. - Weiterführende Literatur wird im Laufe der Veranstaltung bekannt gegeben.
5. OS Alttestamentliche Sozietät (Pietsch)
| Nr. | Art | Titel und Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
|---|---|---|---|---|---|
| 5. | OS | Alttestamentliche Sozietät Verwendbarkeit: nur WB | 2 | 2 | Pietsch |
Termine:
Montag, 11. Mai 2026, 19.00 Uhr im Clubraum
Montag, 22. Juni 2026, 19.00 Uhr im Clubraum
In der Sozietät sollen neuere Tendenzen in der alttestamentlichen Wissenschaft vorgestellt und besprochen werden.
Das Oberseminar richtet sich an Promovierende, Habilitierende und Studierende im Hauptstudium (Voraussetzung: Hauptseminar Altes Testament). Um persönliche Anmeldung (neben Primuss) im Sekretariat bei Frau Töcker (andrea.toecker@augustana.de) wird gebeten.
5a. UE Summer-School: Israel (inkl. Lehrgrabung in Hazor) (Pietsch / Hensel)
| Nr. | Art | Titel und Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
|---|---|---|---|---|---|
| 5a. | UE | Summer-School: Israel (inkl. Lehrgrabung in Hazor) Verwendbarkeit: nur WB | 4 | 4 | Pietsch / Hensel |
Termin: 2.–23. August 2026
- Die interkulturelle Summer-School mit Exkursion und Teilnahme an den aktuellen Ausgrabungen in Hazor/Israel findet (unter Vorbehalt der aktuellen Sicherheitslage) in Kooperation mit Prof. Dr. Benedikt Hensel (Universität Oldenburg) vom 02.–23. August 2026 statt. Melden Sie sich bitte bei Interesse im Sekretariat des Lehrstuhls für Altes Testament (Frau Töcker). Weitere Informationen folgen zu Beginn des Sommersemesters.
- Die interkulturelle Summer-School besteht aus drei Elementen: a) eine Einführung in die Landeskunde Palästinas und die Geschichte des Judentums resp. des Nahen Ostens durch Vorträge, Workshops und Exkursionen zu verschiedenen Denkmälern und Grabungsstätten in Israel, b) interkulturelle und ‑religiöse Begegnungen mit Vertreter:innen verschiedener Religionen und Denominationen vor Ort, und c) der Mitwirkung an der Lehrgrabung der Universität Oldenburg in Verbindung mit dem Department of Archaeology and Ancient Near Eastern Studies der Hebrew University of Jerusalem in Hazor, der derzeit größten Ausgrabungskampagne in Israel.
- Als Lektüre zur Einführung sei empfohlen: W. Zwickel, Art. Hazor, WiBiLex, Stuttgart 2014 (https://bibelwissenschaft.de/stichwort/20749/). Weiterführende Literatur wird im Verlauf der Veranstaltung bekanntgegeben.
- Bitte melden Sie sich bei Interesse bei Prof. Dr. Michael Pietsch (michael.pietsch@augustana.de) oder im Sekretariat des Lehrstuhls für Altes Testament bei Frau Töcker (andrea.toecker@augustana.de). Interessent:innen können auch am 29.01.2026 (19.00 Uhr) an einer unverbindlichen Informationsveranstaltung der Universität Oldenburg teilnehmen (BigBlueButton-Link: https://meeting.uol.de/rooms/tht-xjk-7ek-xqx/join).
6. PS Einführung in die Methoden der atl. Exegese (Latteier)
| Nr. | Art | Titel und Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
|---|---|---|---|---|---|
| 6. | PS | Einführung in die Methoden der atl. Exegese Verwendbarkeit: BM | 2 | 3 | Latteier |
- Das Proseminar richtet sich an Studierende in den Anfangssemestern und ist zwischenprüfungsrelevant. Im Rahmen des modularisierten Studiums ist es Teil des Basismoduls Altes Testament (3 LP; zusätzlich 5 LP bei Anfertigung einer benoteten Proseminararbeit). Voraussetzung für die Teilnahme ist das Hebraicum.
- Ziel der Veranstaltung ist der Erwerb von Grundkompetenzen im Umgang mit atl. Texten und darauf aufbauend die Befähigung zum selbstständigen, reflektierten und theologisch verantwortlichen Arbeiten damit. Anhand von ausgewählten Passagen der Biblia Hebraica Stuttgartensia (BHS) werden die einschlägigen Methodenschritte atl. Exegese vorgestellt und eingeübt.
- Voraussetzung für den Erwerb der LP ist neben regelmäßiger Teilnahme die Ausarbeitung eines Methodenschrittes. Bei Anfertigung einer Proseminararbeit können zusätzlich 5 LP erworben werden.
- Hinweis: Das atl. Proseminar wird ab dem kommenden Semester bis auf Weiteres nicht mehr jedes Semester, sondern nur noch im Wintersemester angeboten.
- Empfohlene Begleitlektüre:
- Utzschneider, H. / Nitsche, S. A.: Arbeitsbuch literaturwissenschaftliche Bibelauslegung. Eine Methodenlehre zur Exegese des Alten Testaments, 4. Aufl., Gütersloh 2014.
Weitere hilfreiche Literatur wird während des Semesters vorgestellt.
7. IS Atl. Integrationsseminar zur Examensvorbereitung (Latteier)
| Nr. | Art | Titel und Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
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| 7. | IS | Alttestamentliches Integrationsseminar zur Examensvorbereitung | 3 | 6 | Latteier |
- Für Studierende in der Integrationsphase. Das Seminar findet wöchentlich mit 2 SWS statt und wird ergänzt durch drei Exegesesitzungen (ca. 3–4 Zeitstunden), sodass sich ein Gesamtumfang von 3 SWS ergibt. Die Termine der Exegesesitzungen werden in der ersten Sitzung gemeinsam festgelegt.
- Das Integrationsseminar soll zum einen die Möglichkeit bieten, das Grundwissen für das Fach Altes Testament zu wiederholen und eventuell vorhandene Lücken zu schließen sowie Themenbereiche miteinander zu vernetzen und querschnittartig anzusehen. Zum anderen soll es darum gehen, vom Lesen ins Argumentieren und Diskutieren zu kommen – mit dem Ziel, dass sich die Studierenden eine begründete eigene Meinung zu den großen Themenbereichen des Faches bilden. Dafür soll das Seminar ein „safe space“ sein, in dem Thesen aufgestellt und verifiziert oder falsifiziert werden können.
In der konstituierenden Sitzung haben die Studierenden die Möglichkeit, ihre Themenwünsche einzubringen. Auch im weiteren Verlauf des Seminars werden wir prozessorientiert arbeiten – der Plan lässt sich jederzeit flexibel und nach den Bedürfnissen der Studierenden verändern. - Empfehlenswert ist die begleitende Lektüre der „Grundinformation“ von J. C. Gertz (Hg.). Weitere hilfreiche Literatur wird im Seminar vorgestellt.
- Voraussetzung für die Anerkennung der Leistungspunkte ist die regelmäßige Teilnahme.
8. UE Hebräische Lektüre (Seiler)
| Nr. | Art | Titel und Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
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| 8. | UE | Hebräische Lektüre (s. Nr. 60) Verwendbarkeit: nur WB | 1 | 1 | Seiler |
- An dieser Übung können nur Studierende teilnehmen, die das Hebraicum bereits abgelegt haben.
- Die Lehrveranstaltung soll die Möglichkeit geben, die im Hebräischkurs erworbenen Sprachkenntnisse zu festigen und zu vertiefen, aber auch Anreiz und Hilfestellungen bieten, mit dieser Sprache wieder vertraut zu werden. Die zu übersetzenden Texte werden gemeinsam mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen ausgewählt. Im Rahmen der Lektüre werden, wenn nötig, grammatische Fragen wiederholt, aber auch über das im Sprachkurs Besprochene hinaus vertieft. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die Syntax gelegt werden. Darüber hinaus werden wir uns auch Zeit für exegetische Beobachtungen und theologische Fragen nehmen, die sich aus der Lektüre ergeben.

