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Theologie auf dem Campus

 
 
 
Exkursion

Das Lehrangebot

Sommersemester 2022 – Altes Testament

Abkürzungen
VL = VorlesungPS = ProseminarSE = Seminar
UE = ÜbungSK = SprachkursOS = Oberseminar
IK = IntegrationskursSO = SozietätKL = Kolloquium
IS = IntegrationsseminarIÜ = Integrationsübung

HS = Hauptseminar

LP = Leistungspunkte (~ Credit Points) WS = WochenstundenSWS = Semesterwochenstunden
Verwendbarkeit:
BM = Basismodul AM = AufbaumodulWPM = Wahlpflichtmodul
WB = WahlbereichIBM = Interdisziplinäres BasismodulIAM = Interdisziplinäres Aufbaumodul
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Lehrangebote Altes Testament

2. VL Der Eine und die Vielen. Die Geschichte des biblischen Monotheismus (Pietsch)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
2. VL Der Eine und die Vielen. Die Geschichte des biblischen Monotheismus
Verwendbarkeit: BM, AM
3 3 Pietsch
  1. Die Vorlesung bietet Überblickswissen und setzt keine Kenntnisse des Hebräischen voraus. Sie kann im modularisierten Studium im Basis- bzw. Aufbaumodul Altes Testament oder im Wahlbereich belegt werden und ist zwischenprüfungsrelevant.
  2. „Ich bin Jhwh, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten, aus einem Skla­venhaus, herausgeführt hat. Du sollst keine anderen Götter neben mir ver­ehren“ (Ex 20,2–3). Das erste Gebot gilt weithin als genuiner Ausdruck des monotheistischen Gotteskonzepts im alten Israel. Bei genauerer Betrach­tung fällt jedoch auf, dass der Wortlaut des Textes gar keinen Monotheis­mus voraussetzt, vielmehr weiß er um eine Vielzahl von Göttern (Poly­theismus), unter denen das angesprochene Israel jedoch nur einen, Jahwe, verehren soll (Monolatrie). Der Monotheismus, der eine kanonische Lektüre des Alten Testaments bestimmt, ist selbst erst ein Spätprodukt der israelitischen Reli­gionsgeschichte. Die Vorlesung will die Geschichte des biblischen Got­tes(bildes) von seinen oft nur noch schemenhaft greifbaren Anfängen bis zur kanonisch gewordenen Endgestalt des Alten Testaments nachzeichnen. Dies geschieht im steten Gespräch mit den Gotteskonzep­tionen der alt­orientalischen Nachbarkulturen, unter deren Einfluss sich das genuin bibli­sche Gotteskonzept entwickelt hat.
  3. Literatur:
  • Albertz, R.: Religionsgeschichte Israels in alttestamentlicher Zeit (GAT 8,1–2), Göttingen 1992.
  • Hartenstein, F. / Moxter, M.: Hermeneutik des Bilderverbots (ThLZ.F 26), Leipzig 2016.
  • Keel, O.: Die Geschichte Jerusalems und die Entstehung des Mono­theis­mus, 2 Bde. (OLB 4,1–2), Göttingen 2007.
  • ders. / Uehlinger, C.: Göttinnen, Götter und Gottessymbole (QD 134), Frei­burg i. B. 1992.
  • Oorschot, J. van / Witte, M. (Hg.): The Origins of Yahwism (BZAW 484), Berlin / Boston 2017.
  • Smith, M.: The Origins of Biblical Monotheism, Oxford 2001.
  • Stolz, F.: Einführung in den biblischen Monotheismus, Darmstadt 1996.
  • Weippert, M.: Synkretismus und Monotheismus, in: ders., Jahwe und die an­deren Götter (FAT 18), Tübingen 1997, 1–24.

3. VL Was ist der Mensch? Menschenbilder im AT (Pietsch)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
3. VL Was ist der Mensch? Menschenbilder im Alten Testament
Verwendbarkeit: IBM. IAM
2 2 Pietsch
  1. Die Vorlesung setzt keine besonderen Vorkenntnisse voraus. Sie ist Bestandteil des Interdisziplinären Moduls „Menschenbilder“.
  2. Das Alte Testament bietet keine in sich geschlossene Anthropologie wie dogmatische Lehrbücher, sondern erzählt von Menschen zu unterschiedlichen Zeiten, in unterschiedlichen Lebenssituationen und Glaubenslagen. Die Vorlesung will den verschiedenen Aspekten der alttestamentlichen Rede vom Menschen nachgehen. Ausgehend von der Frage des achten Psalms „Was ist der Mensch?“ soll das Bild des alttestamentlichen Menschen in seiner Körperlichkeit, seinen sozialen Bezügen, seinem Verhältnis zur Welt und seiner grundlegenden, immer wieder gefährdeten Beziehung zu seinem Gott Gegenstand der Betrachtung sein. Zu diesem Zweck werden Texte aus verschiedenen Teilen des Alten Testaments herangezogen und an ihnen beispielhaft Grundfragen theologischer Anthropologie diskutiert. Auf diese Weise kommt zugleich die literarische und theologische Vielfalt der alttestamentlichen Traditionsbildung selbst in den Blick.
  3. Literatur:
  • Frevel, C. (Hg.), Biblische Anthropologie. Neue Einsichten aus dem Alten Testament, QD 237, Freiburg u. a. 2010
  • Janowski, B., Anthropologie des Alten Testaments. Grundfragen – Kontexte – Themenfelder, Tübingen 2019
  • ders. / K. Liess (Hg.), Der Mensch im Alten Israel. Neue Forschungen zur alttestamentlichen Anthropologie, HBS 59, Freiburg u. a. 2009
  • Schroer, S. / T. Staubli, Die Körpersymbolik der Bibel, 2. Aufl., Gütersloh 2005
  • Wagner, A. (Hg.), Anthropologische Aufbrüche. Alttestamentliche und interdisziplinäre Zugänge zur historischen Anthropologie, FRLANT 232, Göttingen 2009
  • ders. / J. van Oorschot (Hg.), Anthropologie(n) des Alten Testaments, VWGTh 42, Leipzig 2015
  • dies. (Hg.), Gott und Mensch im Alten Testament. Zum Verhältnis von Gottesbild und Menschenbild, VWGTh 52, Leipzig 2018
  • Wolf, H. W., Anthropologie des Alten Testaments, 6. Aufl., Gütersloh 1994

4. HS Schöpfung und Fall. Gen 1–3 im Gespräch mit Dietrich Bonhoeffer (Pietsch)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
4. HS Schöpfung und Fall. Gen 1–3 im Gespräch mit Dietrich Bonhoeffer
Verwendbarkeit: AM
2 3 Pietsch
  1. Die Teilnahme am Hauptseminar setzt den Besuch des alttestamentlichen und systematisch-theologischen Proseminars voraus.
  2. Die biblische Schöpfungserzählung in Gen 1–3 stellt einen Grundtext des jüdischen und christlichen Nachdenkens über Gott, die Welt und den Menschen dar. In ihr verbinden sich Fragen nach der Entstehung der Welt, nach dem Wesen und der Würde des Menschen und nach der Ethik, die immer wieder zu kontroversen Stellungnahmen herausgefordert haben. In seiner ursprünglich als Vorlesung an der Berliner Universität gehaltenen Auslegung der Schöpfungsgeschichte widmet sich Dietrich Bonhoeffer (1906–1945) diesen Fragen in einem vertieften Hören auf die biblische Tradition und ihrer „substanziellen Aktualität“ für die Probleme der eigenen Gegenwart. Die Auslegung Bonhoeffers kann als ein Lehrstück einer gegenwartsbezogenen biblischen Theologie gelten, die um ein angemessenes Verständnis von Gott, Welt und Mensch angesichts der christlichen Tradition und ihren modernen Infragestellungen ringt.
    Im Seminar soll der Brückenschlag zwischen der exegetischen Arbeit an den biblischen Texten und ihrer systematisch-theologischen Reflektion unter den Bedingungen eines (post‑)modernen Welt- und Menschenbildes eingeübt werden. Dazu werden die biblischen Texte zunächst einer eingehenden Analyse unterzogen, um die gewonnenen Einsichten anschließend mit der eigenständigen „theologischen Auslegung“ Bonhoeffers ins Gespräch zu bringen. Dabei sollen stets die Fragen nach einer gegenwärtig zu verantwortenden theologischen Kosmologie und Anthropologie mitbedacht werden.
  3. Literatur:
  • Bonhoeffer, D., Schöpfung und Fall, DBW 3, hg. von M. Rüter und I. Tödt, Gütersloh 1989
  • Gertz, J. C., Das erste Buch Mose (Genesis). Die Urgeschichte (Gen 1–11), ATD 1, 2. Aufl., Göttingen 2021
  • Gunkel, H., Die Genesis, HK I/1, 3. Aufl., Göttingen 1910 (= 9. Aufl. 1977)
  • Schüle, A., Die Urgeschichte (Genesis 1–11), ZBK.AT 1/1, 2. Aufl., Zürich 2020

5. OS Alttestamentliche Sozietät (Pietsch)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
5. OS Alttestamentliche Sozietät (geblockt)
Verwendbarkeit: nur WB
2 2 Pietsch

Termine:

In der Sozietät sollen neuere Tendenzen in der alttestamentlichen Wissenschaft vorgestellt und besprochen werden.

Das Oberseminar richtet sich an Promovierende, Habilitierende und Studierende im Hauptstudium (Voraussetzung: Hauptseminar Altes Testament). Um persönliche Anmeldung (neben Primuss) im Sekretariat bei Frau Töcker wird gebeten.

6. UE Persien-Studienreise (Pietsch/Rose)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
6. UE Persien-Studienreise
Verwendbarkeit: nur WB
4 4 Pietsch / Rose
  1. Voraussetzung: Interesse am Thema und Teilnahme an der Übung „Einführung in die Kultur- und Religionsgeschichte Persiens“.
  2. Sehnsuchtsort oder Schurkenstaat? Über den modernen Iran hat fast jeder eine Meinung. Angesichts von Diskussionen im Internet (die zum Teil wenig differenziert sind), der (meist so genannten) westlichen Perspektiven in den Medien und der (manchmal allzu schroffen) Propaganda im Abend- wie im Morgenland, ist es das Ziel der Studienreise, einen genaueren Einblick in das Land zu bekommen und – auch im Dialog mit Einheimischen eine eigene Perspektive zu entwickeln.
    Teheran, Hamadan, Kermanshah, Susa, Shiraz, Persepolis, Kerman, Yazd, Isfahan und Qom – sagenhafte Eindrücke und tiefgehende Informationen, ergänzt durch Begegnungen mit Menschen vor Ort. Daran können sich dann ganz persönliche Gespräche anschließen.
  3. Aus der aktuellen Reiseliteratur sei vor allem genannt: Niemann, Hartmut / Paul, Ludwig, Iran, 5. Aufl., Bielefeld 2017. Vor der Umstellung im Verlag waren die DuMont-Kunstreiseführer immer eine Klasse für sich; es lohnt sich also, so einen antiquarisch zu kaufen, oder diesen zu nehmen: Rashad, Mahmoud, DuMont Kunst Reiseführer Iran, 6. Aufl., Ostfildern 2011. Und wem es gelingt, dieses Buch antiquarisch aufzutreiben, kommt in den Besitz eines wertvollen, zeitlosen Reiseführers: Boulanger, Roland, Mittlerer Osten. Libanon – Syrien – Jordanien – Irak – Iran (Die Blauen Führer), Paris 1966.
  4. Voraussetzung für den Erwerb der Leistungspunkte ist die Teilnahme an der Studienreise. Zudem wünschen wir uns, dass Sie die Gruppe durch einen der in Iran besuchten Orte führen.

7. UE Theologie der Bilder (Pietsch)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
7. UE Theologie der Bilder
(gemeinsam mit F. Lippke / Fribourg; geblockt)
Verwendbarkeit: BM, AM
1 1 Pietsch

Termin: 28.–31. Juli 2022 (Fribourg / CH)

  1. Der Besuch der Übung setzt keine besonderen Vorkenntnisse voraus. Die Teilnehmerzahl ist auf 12 Personen begrenzt. Es wird um gesonderte Anmeldung bei Frau Töcker im Sekretariat des Lehrstuhls für Altes Testament gebeten (zusätzlich zur Anmeldung über Primuss).
  2. „In Israel gab es Bilder“ (S. Schroer). Diese grundlegende Einsicht war im Schatten des biblischen Bilderverbots lange Zeit nahezu in Vergessenheit geraten, bevor sie durch die Arbeiten Othmar Keels und der „Fribourger Schule“ wieder neu in den Gesichtskreis der religionsgeschichtlichen Forschung getreten ist. Dabei ermöglichen die ikonographischen Quellen einen eigenständigen und in vielerlei Hinsicht innovativen Blick auf die religiösen Symbolsysteme des antiken Israel resp. Juda, wie sie sich im Alten Testament niedergeschlagen haben.
    Das „Bibel & Orient Museum“ in Fribourg / CH verfügt über eine einzigartige Sammlung von Roll- und Stempelsiegeln aus Palästina / Israel und seinen Nachbarregionen, an denen das Bildrepertoire und die mit ihm verbundenen religiösen Symbolisierungen in der Kleinkunst der südlichen Levante im Horizont der kulturellen Einflüsse Ägyptens und Mesopotamiens exemplarisch studiert werden können. Unter der Expertise von Dr. Florian Lippke, dem Kurator des Museums, sollen dabei vor allem Darstellungen und Symbolisierungen des Göttlichen im Vordergrund des Interesses stehen, die geeignet sind, die biblischen Diskurse um die rechte Gottesverehrung zu ergänzen und kritisch zu (re)konstruieren.
  3. Literatur:
  • Berlejung, A., Die Theologie der Bilder. Herstellung und Einweihung von Kultbildern in Mesopotamien und die alttestamentliche Bilderpolemik, OBO 162, Fribourg / Göttingen 1998
  • Hartenstein, F. / M. Moxter, Hermeneutik des Bilderverbots. Exegetische und systematisch-theologische Annäherungen, ThLZ.F 26, Leipzig 2016
  • Keel, O., Corpus der Stempelsiegel-Amulette aus Palästina / Israel, 6 Bde., Fribourg / Göttingen 1995–2017
  • Keel, O. / C. Uehlinger, Göttinnen, Götter und Gottessymbole. Neue Erkenntnisse zur Religionsgeschichte Kanaans und Israels aufgrund bislang unerschlossener ikonographischer Quellen, QD 134, Freiburg u. a. 2001 (6. Aufl. 2010)
  • Metzger, M., Vorderorientalische Ikonographie und Altes Testament. Gesammelte Aufsätze, hg. von W. Zwickel und M. Pietsch, JThF 6, Münster 2004
  • Schroer, S., In Israel gab es Bilder. Nachrichten von darstellender Kunst im Alten Testament, OBO 74, Fribourg / Göttingen 1987
  • dies., Die Ikonographie Palästinas / Israels und der Alte Orient. Eine Religionsgeschichte in Bildern, 4 Bde., Basel / Berlin 2005–2018

8. PS Einführung in die Methoden der atl. Exegese (Rose)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
8. PS Einführung in die Methoden der atl. Exegese
Verwendbarkeit: BM
2 3 Rose
  1. Voraussetzung: Hebraicum. Für Studierende in den Anfangssemestern. Zwischenprüfungsrelevant. Bestandteil des Basismoduls „Altes Testament“ (aktive Mitarbeit am Seminar: 3 LP; Anfertigung einer schriftlichen PS-Arbeit: weitere 5 LP).
  2. Das Proseminar führt in die wissenschaftliche Arbeit an hebräischen Texten des Alten Testaments ein. Dabei werden im Durchgang des Proseminars schrittweise und aufeinander aufbauend verschiedene Methoden behandelt – zum einen das als „historisch-kritisch“ bezeichnete Methodeninventar, zum anderen darüber hinausgehende Methoden aus der Literaturwissenschaft. Dies geschieht durchgehend mit dem Blick auf die Anwendung auf Textbeispiele. Ziele des Proseminars sind es, eine Basis für die weitere Beschäftigung mit alttestamentlichen Texten ebenso zu schaffen wie die Voraussetzung, selbstständig einen Text mit Hilfe des erlernten Methodenkanons auszulegen.
  3. Als Grundlage des Proseminars dient: Utzschneider, H. / Nitsche, S. A.: Arbeitsbuch literaturwissenschaftliche Bibelauslegung. Eine Methodenlehre zur Exegese des Alten Testaments, 4. Aufl., Gütersloh 2014 (zur Anschaffung empfohlen). An vielen Stellen trotz des Alters nicht schlechter ist: Steck, O. H.: Exegese des Alten Testaments. Leitfaden der Methodik, ein Arbeitsbuch für Proseminare, Seminare und Vorlesungen, 14. Aufl., Neukirchen 1999.
  4. Voraussetzung für den Erwerb der Leistungspunkte ist die regelmäßige Teilnahme sowie für die Bescheinigung der „aktiven Mitarbeit“ (3 LP) die Anfertigung einer Kurzarbeit (i. d. R. ein exegetischer Schritt) bzw. für die zusätzlichen 5 LP die Anfertigung einer schriftlichen Arbeit (ggf. innerhalb von sechs Wochen bzw. innerhalb einer sinnvollen etwas längeren Frist; letztere Arbeit kann eventuell bereits im Semester begonnen werden).

9. IS Atl. Integrationsseminar zur Examensvorbereitung (Rose)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
9. IS Alttestamentliches Integrationsseminar zur Examensvorbereitung 2 6 Rose
  1. Für Studierende, die sich auf das Examen vorbereiten. – Es geht das Gerücht, ausgerechnet der Dozent habe kein Examen in Bayern gemacht und könne deshalb die hiesigen Anforderungen nicht einschätzen. Ersteres stimmt; dem Mangel, der aus letzterem resultieren könnte, arbeitet er durch diverse Gespräche auf allen Ebenen entgegen, was bei Examinierten regelhaft zu dem Feedback führt: „Es war am Ende genau so, wie Sie gesagt haben.“
  2. Das Integrationsseminar soll im ersten Schritt die Möglichkeit bieten, das Grundwissen für das Fach Altes Testament zu wiederholen und vorhandene Lücken zu schließen sowie Themenbereiche miteinander zu vernetzen und querschnittartig anzusehen. Im zweiten Schritt soll es darum gehen, vom Lesen ins Argumentieren und Diskutieren zu kommen – mit dem Ziel, dass sich die Studierenden eine begründete eigene Meinung zu den großen Themenbereichen des Faches bilden. Dafür soll das Seminar ein „safe space“ sein, in dem Thesen aufgestellt und verifiziert oder falsifiziert werden können.
    In der konstituierenden Sitzung haben die Studierenden die Möglichkeit, ihre Themenwünsche einzubringen und das Seminar so selbst zu strukturieren. Auch im weiteren Durchgang lässt sich der Plan flexibel und nach den Wünschen der Studierenden verändern.
    Da der hebräische Text in jedem Prüfungsformat den Ausgangspunkt bildet, wird jedes Thema von einem der zentralen Texte aus betrachtet und diskutiert. Hebräischkenntnisse auf Examensniveau sind dafür unabdingbar.
    Es steht außer Frage, dass die gängigen Lehr- und Arbeitsbücher – die „Einleitung“ von E. Zenger u. a., das „Arbeitsbuch“ von H. C. Schmitt, die „Grundinformation“ von J. C. Gertz u. a., die „Einleitung“ von Th. Römer u. a., die „Entstehung“ von W. Dietrich u. a. – sinnvolle Hilfsmittel für die Examensvorbereitung sind. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass die Arbeit mit diesen Büchern allein nur eine Art „Vogelperspektive“ auf die alttestamentlichen Themen bietet. An der eigenständigen Beschäftigung mit den Texten führen sie nicht vorbei.
    Fühlen Sie sich ermutigt, das Integrationsseminar zu Ihrer eigenen Veranstaltung zu machen, es selbst zu strukturieren und so auszurichten, wie Sie es benötigen!
  3. Die Voraussetzung für den Erwerb der Leistungspunkte ist die regelmäßige Teilnahme einschließlich vor- und nachbereitender Lektüre sowie die aktive Teilnahme.
  4. Folgende Grundlagenwerke können im Integrationsseminar Verwendung finden; die Entscheidung für die neueste Auflage ist aller Erfahrung nach am Ende nicht entscheidend.
  • Donner, H.: Geschichte des Volkes Israel und seiner Nachbarn in Grundzügen. Teil 1 und 2 (GAT 4/1 und 4/2), 3. Aufl., Göttingen 2000/2001.
  • Frevel, C.: Geschichte Israels (KStTh 2), 2. Aufl., Stuttgart 2018.
  • Gertz, J. Chr. (Hg.): Grundinformation Altes Testament, 3. Aufl., Göttingen 2009.
  • Römer, Th. u. a. (Hg.): Einleitung in das Alte Testament. Die Bücher der Hebräischen Bibel und die alttestamentlichen Schriften der katholischen, protestantischen und orthodoxen Kirchen, Zürich 2013.
  • Schmitt, H.-C., Arbeitsbuch zum Alten Testament, 3. Aufl., Göttingen 2011.
  • Zenger, E. u. a.: Einleitung in das Alte Testament (KStTh 1,1), 9. Aufl., Stuttgart 2015.

     Dazu sollte für die eigene Arbeit eine Theologie des AT nach Wahl hinzugezogen werden, so z. B.:

  • Rendtorff, R.: Theologie des Alten Testaments. Ein kanonischer Entwurf, Bd. 2: Thematische Entfaltung, Neukirchen-Vluyn 2001.
  • Schmidt, W. H.: Alttestamentlicher Glaube, 8. Aufl., Neukirchen-Vluyn 1996.

10. UE Einf. in die Kultur- und Religionsgeschichte Persiens (Rose)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
10. UE Einführung in die Kultur- und Religionsgeschichte Persiens
Verwendbarkeit: nur WB
2 2 Rose
  1. Voraussetzung: Interesse am Thema. Die Teilnahme an der Übung ist auch möglich ohne die Teilnahme an der Studienreise.
  2. Das Alte Testament in der uns vorliegenden Form verdankt seine Entstehung der Zeit, die ein Teil der Bevölkerung Jerusalems und Judas im Babylonischen Exil verbrachte. Dass sie dort nicht untätig blieb, sondern ihre Vergangenheit aufarbeitete und die eigene Geschichte unter bestimmten Gesichtspunkten deutete, trug erheblich zur erzählerischen und also theologischen Formung des Alten Testaments bei. Mit dem Herrschaftsantritt Kyros II. im Jahre 539 v. Chr. begann im Alten Orient eine neue Zeitrechnung. Die Veränderungen unter den Achämeniden strahlten bis in die Religionspolitik des Reiches aus. Unter anderem dadurch erhielt das Alte Testament entscheidende Impulse für seine Entstehung in der Zeit, die in der Alttestamentlichen Wissenschaft als „persische Zeit“ gilt.
    Auch viele weitere Epochen der Vergangenheit sind lohnend zu studieren. Steinzeitliche Freilandsiedlungen, die Reiche der Elamiter, Meder und Perser, die Zeit unter Alexander dem Großen und den Seleukiden, die Phase der Ausbreitung des Islam, die Verwüstung durch die Mongolen, die Blüte unter den Safawiden, die Dynastie der Kadscharen, die Zeit des Schahs und die Islamische Revolution und ihre Folgen machen Schlaglichter der Geschichte in einer Region sichtbar, die in ihrer Bedeutung kulturell, historisch und theologisch kaum zu überschätzen ist und die gegenwärtig einmal mehr im Fokus der Weltpolitik steht, medial sehr unterschiedlich wahrgenommen und deren Rolle und Verhalten in Diskussionen kontrovers beurteilt wird. Die Übung hat das Ziel, in die Kultur- und Religionsgeschichte Persiens einzuführen.
  3. Die Literatur ist beinahe unendlich. Eine gute Erstinformation bieten Koch, Heidemarie u. a.: Art. Iran, in: RGG4 4 (2001), 218–228, und Ahn, Gregor: Art. Israel und Persien, in: RGG4 4(2001), 309–311.
  4. Voraussetzung für den Erwerb der Leistungspunkte ist die regelmäßige Teilnahme sowie die Vorbereitung und das Halten eines Referates oder die Durchführung einer Arbeitseinheit im Rahmen der Übung.

11. UE Hebräische Lektüre (Seiler)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
11. UE Hebräische Lektüre (s. Nr. 71)
Verwendbarkeit: nur WB
1 1 Seiler
  1. An dieser Übung können nur Studierende teilnehmen, die das Hebraicum bereits abgelegt haben.
  2. Die Lehrveranstaltung soll die Möglichkeit geben, die im Hebräischkurs erworbenen Sprachkenntnisse zu festigen und zu vertiefen, aber auch Anreiz und Hilfestellungen bieten, mit dieser Sprache wieder vertraut zu werden. Die zu übersetzenden Texte werden gemeinsam mit den Teilnehmern und Teilnehmerinnen ausgewählt. Im Rahmen der Lektüre werden, wenn nötig, grammatische Fragen wiederholt, aber auch über das im Sprachkurs Besprochene hinaus vertieft. Besonderes Augenmerk soll dabei auf die Syntax gelegt werden. Darüber hinaus werden wir uns auch Zeit für exegetische Beobachtungen und theologische Fragen nehmen, die sich aus der Lektüre ergeben.

12. UE Babylon – damals und heute (Franke)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
12. UE Babylon – damals und heute (geblockt)
Verwendbarkeit: BM, AM
2 2 Franke

Termine:
Die Veranstaltung ist eine Blockveranstaltung, zwei Mal am Freitag/Samstag. Die genauen Termine werden nachgereicht.

Die Veranstaltung ist für alle Interessenten offen.

Thema und Fragestellung
Babylon, damit assoziieren wir den Turm von Babel, die babylonische Sprachverwirrung, das Exil in Babylon, und vielleicht auch noch die hängenden Gärten der Semiramis auf der Liste der antiken Weltwunder. Babylon ist der einzige Ort des Alten Orients, der bis zur Wiederentdeckung der Kulturen des Alten Mesopotamien im 19. Jahrhundert in Erinnerung geblieben ist.
Aber Babylon existierte real. Wir wollen uns in der Veranstaltung mit dem historischen Babylon insbesondere während seiner Blüte im 1. Jahrtausend beschäftigen, mit seiner Geschichte, seinen Bauten und seinen Festen für die Götter. Die Lebensbedingungen im Alten Orient sowie die politischen Konflikte, die zum Untergang nicht nur des rivalisierenden assyrischen Reiches, sondern auch des babylonischen führten, werden ebenso Thema sein wie der „Mythos Babylon“, der bis heute anhält und sich z.B. in Serien wie „Babylon Berlin“ niederschlägt.

Ziel – Stoff – Ablauf
Ziel der Veranstaltung ist eine Einführung in die Geschichte und Kultur des Alten Mesopotamiens, ausgehend von der Geschichte und Kultur der Stadt Babylon.
Im ersten Teil des ersten Blocks werde ich eine kurze Einführung in die Geschichte und Kultur des Alten Orients mit Schwerpunkt Babylon geben. Danach werden wir Themen und Fragen besprechen, die nach der Einführung entstanden sind, sowie einzelne Paragraphen des Codex Hammurapi und das Enūma Eliš diskutieren.

Einführende Lektüre
– eine der in den Literaturhinweisen genannten Einführungen in die Geschichte Mesopotamiens (Radner/Frahm/Jursa) oder auch eine andere.

Bitte lesen Sie außerdem zur ersten Stunde (Materialien werden hochgeladen):

  • in Texte aus der Umwelt des Alten Testaments, Göttingen 1982ff:
  • Codex Hammurapi, Prolog und Epilog; § 1–25, 110, 195–210, 229–233
  • das Enuma Elisch, das sogenannte babylonische Weltschöpfungsepos

Anerkennung der Leistungspunkte
–  Kurzreferat zu einem Thema (wird im ersten Block vergeben und ist im zweiten zu halten).
–  Beteiligung

Literaturhinweise (die mit * markierten Materialien werden den Teilnehmys vorab als pdf zur Verfügung gestellt, weitere Literatur in der Veranstaltung)

  • Texte aus der Umwelt des Alten Testaments, Göttingen 1982ff
  • Frahm, E., Geschichte des alten Mesopotamien, Stuttgart 2013
  • Jursa, M., Die Babylonier, München 2004
  • Radner, K., Mesopotamien, München 2017
  • *Roaf, M., Cultural Atlas of Mesopotamia, 1983
  • Dalley, S. The City of Babylon, Cambridge 2021
  • *Pedersen, O., Work on a Digital Model of Babylon using Archaeological and Textual Evidence, Mesopotamia 46, 2011, 9–22
  • *Pedersen, O. kostenloser Download unter:
    www.zaphon.de/WebRoot/Store28/Shops/83179382/MediaGallery/Pedersen-Babylon-Zaphon-2021-350dpi.pdf

Weitere Literatur wird rechtzeitig bekanntgegeben.

 
 
 
 


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