Sommersemester 2026 –
Interkulturelle Theologie, Missions- und Religionswissenschaft
| VL = Vorlesung | PS = Proseminar | SE = Seminar |
| UE = Übung | SK = Sprachkurs | OS = Oberseminar |
| IK = Integrationskurs | SO = Sozietät | KL = Kolloquium |
| IS = Integrationsseminar | IÜ = Integrationsübung | HS = Hauptseminar |
| LP = Leistungspunkte (~ Credit Points) | WS = Wochenstunden | SWS = Semesterwochenstunden |
| Verwendbarkeit: | ||
| BM = Basismodul | AM = Aufbaumodul | WPM = Wahlpflichtmodul |
| WB = Wahlbereich | IBM = Interdisziplinäres Basismodul | IAM = Interdisziplinäres Aufbaumodul |
Lehrangebote Interkulturelle Theologie
37. VL Gewalt, Menschenrechte und Religionen (Walz)
| Nr. | Art | Titel und Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
|---|---|---|---|---|---|
| 37. | VL | Gewalt, Menschenrechte und Religionen Verwendbarkeit: WPM, IBM, IAM | 3 | 3 | Walz |
- Die Vorlesung eignet sich für Studierende in allen Studiengängen. Sie findet hybrid statt. Externe Gasthörer:innen (z.B. für das Zertifikat für interreligiöse, interkulturelle und ökumenische Kompetenz) und QE Studierende können online teilnehmen.
- Sind Menschenrechte eine Errungenschaft der westlich-europäischen Aufklärung? Oder findet sich weltweit ein „universal“ gültiges menschenrechtliches Ethos? Inwieweit ist die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte (1948) jüdisch-christlich geprägt – oder enthält auch Elemente aus anderen religiösen Traditionen? Wie steht es mit Menschenrechten aus islamischer, hinduistischer, buddhistischer oder indigen-religiöser Sicht? Inwiefern gibt es afrikanisches, lateinamerikanisches und asiatisches Menschenrechtsdenken? Die Vorlesung führt in diese Fragen und Debatten ein.
Auch geht es um die Geschichte der Genealogie von Menschenrechten (und ihrer Kodifizierung in internationalem Recht). Gewalt- und Unrechtssituationen, u.a. auch der europäische Kolonialismus, führten Menschen immer wieder dazu, „Rechte“ „des Menschen“ zu fordern.
Das Thema ist hochaktuell. Täglich werden Menschenrechte durch Gewalt, Krieg, Rassismus, Antisemitismus und weitere Formen der Menschenfeindlichkeit verletzt: „Wir brauchen Menschenrechte, und sie brauchen uns, denn immer besteht ein Mangel, ein Defizit, ein Hinterherhinken“ (Jacques Derrida). Weltweit zeigt sich, dass Menschenrechtsdenken auch religiöse Legitimationen benötigt, damit Gewalt vermindert werden kann, gerade angesichts der Ambivalenz zwischen Religion(en) und Gewalt. Hierin liegt die hohe Relevanz des Themas ‚Menschenrechte und Religionen‘ für kirchliche Handlungsfelder, für den Religionsunterricht und die ökumenischen bzw. interreligiösen Dialoge. Gäste werden zum Gespräch eingeladen. - Voraussetzungen: Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich.
- Prüfungsleistungen:
– Vorgezogene Zwischenprüfungsleistung (ZP): Für das Fach Interkulturelle Theologie und Religionswissenschaft kann eine vorgezogene mündliche Zwischenprüfungsleistung in Ersatz des exegetischen Faches, in dem keine Klausur geschrieben wird, erbracht werden.
– Examensschein (Ex): Es besteht die Möglichkeit des Erwerbs eines Examensscheins zum „Nachweis über eine mindestens mit ‚ausreichend‘ benotete mündliche Prüfung im Fach Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie als Zulassungsvoraussetzung für die Theologische Aufnahmeprüfung in der ELKB“ (§ 5h der Bayerischen Prüfungsordnung für die Theologische Aufnahmeprüfung, TheolAufnPO 2024).
– Mündliche Modulprüfungen oder Examensleistungen für andere Landeskirchen werden selbstverständlich ebenfalls angeboten.
– Examensarbeit in Interkultureller Theologie: Hierzu werden Themenvorschläge und methodische Hinweise gegeben. - Literatur:
- Ceming, Katharina: Religionen und Menschenrechte. Menschenrechte im Spannungsfeld religiöser Überzeugungen und Praktiken, München 2010.
- Walz, Heike: Menschenrechte zwischen Religion und Gesellschaft in Argentinien. Postkoloniale Perspektiven für Religionswissenschaft und Interkulturelle Theologie, Stuttgart 2023
Zu Beginn der Vorlesung wird eine ausführliche Literaturliste zur Verfügung gestellt.
38. UE / Ök. Kolleg „Christianity and Culture: How Malaysian Christians Integrate Their Cultural Heritage and Their Religion“ (Walz / Chong / Buntfuß / Sartorius de Azevedo Lopes)
| Nr. | Art | Titel und Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
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| 38. | UE / Ök. Kolleg | „Christianity and Culture: How Malaysian Christians Integrate Their Cultural Heritage and Their Religion“ (auf Englisch) (mit Vicedom-Gastprofessor Rev. Dr. Chong Siaw Fung, Malaysia Theological Seminary) (geblockt; s. Nr. 38) Verwendbarkeit: WPM | 2 | 2 | Walz / Chong / Buntfuß / Sartorius de Azevedo Lopes |
Vorbesprechung per Zoom: 22. April 2026, 18.30–19.00 Uhr
Termin: Freitag, 12. Juni 2026, 14.00 Uhr – Samstag, 13. Juni 2026
Raum: Hörsaal I
- Das Blockseminar eignet sich für Studierende aller Studiengänge. Das Ök. Kolleg kann als „Ökumene“-Veranstaltung für die Examenszulassung eingereicht werden.
- Malaysia ist ein multireligiöses Land: Die überwiegende Mehrheit der Menschen bekennt sich zum Islam, gefolgt von Buddhismus, Christentum und Hinduismus. Im Seminar wird erkundet, wie sich das Christentum im Leben von Menschen aus malaiischen, indigenen und chinesischen Kulturen des Landes verankert hat. Wichtiger Rahmen hierfür ist das Zusammenspiel von Religion und Politik. Das kulturelle Bewusstsein von Christ:innen in der pluralistischen Gesellschaft Malaysias, ebenso das Verhältnis zu Ahnen und religiösen Festen, spielen dabei eine wichtige Rolle: Wie gehen die Christ:innen in Malaysia mit der Minderheitsposition um? Welche Ansätze und Herausforderungen gibt es beim interreligiösen und interkulturellen Dialog – und wie werden interkulturelle Brücken geschlagen?
Diese Fragen werden wir im Vergleich zur religiösen und kirchlichen Situation in Deutschland diskutieren, und zwar mit Rev. CHONG Siaw Fung (Seminari Theoloji Malaysia), der im Sommersemester 2026 Vicedom-Gastprofessor an der Augustana-Hochschule ist. - Vorkenntnisse werden keine vorausgesetzt. Das Seminar findet überwiegend in englischer Sprache statt, was die Chance in sich birgt, theologische Fachsprachenkenntnisse zu erwerben (z.B. für ein englischsprachiges Auslandsstudienjahr).
- Aktive Mitarbeit, insbesondere Bereitschaft zu Diskussion und Gruppenarbeit wird erwartet.
- Die Lektüreliste zur Vorbereitung wird zur Verfügung gestellt.
39. UE Antisemitismus, Rassismus, Kolonialismus in der Theologie – zwischen Kampfbegriff und Analysetool (Walz / Töllner)
| Nr. | Art | Titel und Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
|---|---|---|---|---|---|
| 39. | UE | Antisemitismus, Rassismus, Kolonialismus in der Theologie – zwischen Kampfbegriff und Analysetool (geblockt; s. Nr. 22) Verwendbarkeit: WPM, IBM, IAM | 2 | 2 | Walz / Töllner |
Vorbesprechung: Mittwoch, 15. April 2026, 18.00 Uhr per Zoom
Blocktermine: 17./18. April 2026; 24./25. April 2026
Raum: Dorothee-Sölle Haus
- Das Blockseminar eignet sich für Studierende aller Studiengänge. Das S kann als Veranstaltung zu „Christentum und Judentum“ für die Examenszulassung eingereicht werden.
- Antisemitismus und Rassismus sind menschenverachtende Ideologien. Kolonialismus und Imperialismus gehen ebenfalls mit menschenfeindlichen Legitimationen einher; weltweit haben sie zu Unterdrückung, Verlust von Land, Kultur und Religion geführt, mancherorts zu Genozid. Die christliche Theologie war und ist in diese Menschenfeindlichkeiten verstrickt.
Derzeit stehen sich Akteur:innen in den öffentlichen Debatten, die sich eigentlich alle dem Engagement gegen Diskriminierung verschrieben haben, polarisiert, manchmal geradezu feindselig gegenüber. Antisemitismuskritik, Rassismuskritik und Kolonialkritik sind in ein Konkurrenzverhältnis geraten. Die Kriege im Nahen Osten und Iran verschärfen die hiesigen Konflikte. Eine analytische Distanz ist oft kaum mehr möglich, sodass interreligiöse Dialoge und Gespräche zwischen Engagierten mancherorts eingefroren sind.
Im Blockseminar analysieren wir die theoretischen Grundlagen von Antisemitismus, Rassismus und Kolonialismus in der Theologie; des Weiteren die Ursachen, aus denen sich diese verhärteten Fronten entwickelt haben, insbesondere zwischen Antisemitismuskritik, Rassismuskritik und postkolonialer bzw. dekolonialer Kritik. Welche Wege könnte es geben, um die Polarisierungen zu überwinden? Wie könnte es gelingen, kritikfähig zu bleiben und gemeinsam für Opfer von Menschenverachtung einzutreten? Welche theologischen Ansätze sind hilfreich? Gemeinsam mit der jüdischen Philosophin Rebecca R. Mitzner (Bamberg) suchen wir nach konstruktiven Ansätzen. - Vorkenntnisse werden keine vorausgesetzt.
- Aktive Mitarbeit, insbesondere Bereitschaft zu Diskussion und Gruppenarbeit wird erwartet.
- Lektüre zur Vorbereitung wird zur Verfügung gestellt.
40. OS Sozietät zu aktuellen Forschungsfragen (Walz)
| Nr. | Art | Titel und Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
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| 40. | OS | Sozietät zu aktuellen Forschungsfragen Verwendbarkeit: nur WB | 2 | 2 | Walz |
- Die Sozietät richtet sich an Doktorand:innen, Habilitand:innen und Studierende mit besonderem Interesse für das Fach Interkulturelle Theologie und Religionswissenschaft und ganz besonders an alle internationalen Stipendiat:innen.
- In der Sozietät werden laufende Promotions- und Habilitationsprojekte vorgestellt und diskutiert. Interessierte Studierende im Grund- und Hauptstudium und Pfarrverwalter:innen sind herzlich willkommen.
- Zur Teilnahme ist eine persönliche Anmeldung bei Prof. Walz erforderlich. Termine werden online bekannt gegeben.
41. PS Theologien der Befreiung weltweit (Sartorius de Azevedo Lopes)
| Nr. | Art | Titel und Beschreibung | SWS | LP | Lehrende |
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| 41. | PS | Theologien der Befreiung weltweit Verwendbarkeit: WPM | 2 | 3 | Sartorius de Azevedo Lopes |
Das Proseminar möchte einerseits in historisch wichtige „Klassiker“, andererseits auch in gegenwärtige Schwerpunkte verschiedener befreiungstheologischer Entwürfe vorstellen und vertiefen. Dabei werden unterschiedliche Konzepte aus der ganzen Welt und aus verschiedenen Kontexten untersucht, die auf verschiedene Herausforderungen reagieren. Verschiedene thematische Schwerpunktsetzungen wie ‚Entwicklung‘ de(s)koloniale Bestrebungen, theologisches Arbeiten und Ausdruck von marginalisierten Menschen, indigene Theologien, Aspekte des Klimawandels und Gender sollen ihren Raum finden.
Das Proseminar ist für Studierende aller Semester geeignet.

