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Theologie auf dem Campus

 
 
 
Exkursion

Das Lehrangebot

Sommersemester 2026 – Kirchen- und Dogmengeschichte

Abkürzungen
VL = VorlesungPS = ProseminarSE = Seminar
UE = ÜbungSK = SprachkursOS = Oberseminar
IK = IntegrationskursSO = SozietätKL = Kolloquium
IS = IntegrationsseminarIÜ = Integrationsübung

HS = Hauptseminar

LP = Leistungspunkte (~ Credit Points) WS = WochenstundenSWS = Semesterwochenstunden
Verwendbarkeit:
BM = Basismodul AM = AufbaumodulWPM = Wahlpflichtmodul
WB = WahlbereichIBM = Interdisziplinäres BasismodulIAM = Interdisziplinäres Aufbaumodul
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Lehrangebote Kirchen- und Dogmengeschichte

17. VL KG III: Spätmittelalter und Reformation (Simon)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
17. VL KG III: Spätmittelalter und Reformation
Verwendbarkeit: BM, AM
3 3 Simon
  1. Die Vorlesung richtet sich an alle Hörerinnen und Hörer. Sie kann in jedem Stadium des Studiums besucht werden. Da die Reformationszeit insbesondere für den Protestantismus als zentrale, identitätsstiftende Epoche gilt, besitzt sie für das Examen besondere Bedeutung.
  2. Einer präzisen, die Stoffmenge in verdaubare Köstlichkeiten portionierenden Gliederung folgend, wenden wir uns den zentralen kirchengeschichtlichen Themen des 13. bis 16. Jahrhunderts zu. Weshalb residieren die Päpste auf einmal in Avignon und nicht mehr in Rom? Inwiefern ist die Inquisition ein Fortschritt? Warum streitet ein Bettelorden wie die Franziskaner um Besitz? Was treibt einen Papst, die Vorstellung von der Unfehlbarkeit des Papstes zu kritisieren? Wie kommt es zu drei Päpsten gleichzeitig? Was ist Mystik und was erwartet einen mittelalterlichen Menschen nach dem Tod? Im zweiten Teil betrachten wir dann die Reformation, zunächst die Anfänge: Warum ist Ablass ein Brennglas spätmittelalterlicher Theologie? Gab es eine „reformatorische Wende“ bei Luther? Und hat er tatsächlich die 95 Thesen angeschlagen – oder doch nicht? Wir sehen uns die grundlegenden reformatorischen Ereignisse, Schriften und Theologien an. Welche Wirkung hatten sie? Wer bedrohte die Reformation und warum konnte sie sich dennoch konsolidieren? So entsteht ein buntes Bilderbuch der Reformationszeit, einer Zeit, in der endlich einmal etwas los ist! Damit es nicht bei einem Hubschrauberflug über drei Jahrhunderte bleibt, landen wir regelmäßig in der dritten Vorlesungsstunde und wandern durch die wichtigsten Quellen dieser Zeit. Deren Kenntnis wird uns nicht nur die Augen für eine bewegte und bewegende Zeit öffnen, sondern auch die im Examen abgeprüfte kirchenhistorische Kompetenz verleihen.
  3. Literatur wird zu Beginn bekannt gegeben. Wer sich löblicherweise auf die Vorlesung vorbereiten möchte, dem sei die Lektüre (eines) der folgenden Werke empfohlen:
  • Wolf-Friedrich Schäufele, Kirchengeschichte II (S. 1–158),
  • Thomas Kaufmann, Geschichte der Reformation in Deutschland
  • Thomas Kaufmann, Erlöste und Verdammte
  • Irene Dingel, Geschichte der Reformation
  • Gottfried Seebaß, Geschichte des Christentums III

    Aufgrund seiner Querverweise lässt sich das letztgenannte Werk wunderbar mit dem Quellenband „Reformation“ aus der Reihe „Kirchen- und Theologiegeschichte in Quellen“ verbinden. Dessen Anschaffung wird wärmstens empfohlen; eine ältere, gleichwohl zielführende Auflage ist bereits zum Preis eines ordentlichen Cappuccino erhältlich.

 

18. HS Die Waldenser: religiöser Dissens im westlichen Mittelalter (Vogel)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
18. HS Die Waldenser: religiöser Dissens im westlichen Mittelalter (geblockt)
Verwendbarkeit: AM
2 3 Vogel

Termine online: Mittwoch 3. Juni 2026; 10. Juni 2026; 17. Juni 2026; 24. Juni 2026; 1. Juli 2026, 18.30–20.00 Uhr
In Präsenz: Samstag, 4. Juli 2026, 10.00–16.00 Uhr im Hörsaal I, Pechmann-Haus

  1. Zulassungsbedingungen:
    – Latinum
    – Absolviertes kirchengeschichtliches Proseminar
    – Nicht zwischenprüfungsrelevant
    – Keine Verwendbarkeit für das modularisierte Grundstudium
    – 3 Leistungspunkte für regelmäßige Teilnahme, 5 Leistungspunkte für Seminararbeit
  2. Ziel, Stoff, Verlauf:
    Das Hauptseminar setzt sich das Ziel, durch Quellenarbeit und Literaturdiskussion in die religiöse Vielfalt des westlichen Mittelalters einzuführen. Auf diese Weise sollen die Gemeinplätze der Verfallsepoche bzw. eines von universaler Eintracht geprägten Mittelalters einer kritischen Prüfung unterzogen werden. Im Zentrum der Analyse wird das europaweit verbreitete Waldensertum stehen. Methodisch wird die gemeinsame Arbeit an ausgewählten Quellen und Texten der Forschungsliteratur stehen.
  3. Voraussetzung für die Anerkennung der Leistungspunkte:
    3 Leistungspunkte für regelmäßige Teilnahme, 5 Leistungspunkte für Seminararbeit
  4. Empfehlungen für vorausgesetzte Vorarbeit
    Da die Veranstaltung als Blockseminar angeboten wird, ist eine vorbereitende Lektüre wichtig:
  • Euan Cameron, Art. „Waldenser“, in: TRE 35, 2003, 388–402
  • Der Bericht des Stephan von Bourbon über Waldes von Lyon: Alexander Patschovsky / Kurt-Victor Selge (ed.), Quellen zur Geschichte der Waldenser (Texte zur Kirchen- und Theologiegeschichte 18), Gütersloh 1973, 15–18

19. PS Luthers Invocavitpredigten (Lucas)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
19. PS Luthers Invocavitpredigten
Verwendbarkeit: BM, AM
2 3 Lucas
  1. Das Proseminar richtet sich als Bestandteil des Basismoduls Kirchengeschichte an Studierende im Grundstudium. Zulassungsbedingung ist das Latinum.
  2. Aufgabe des kirchengeschichtlichen Proseminars ist die Einführung in die Methodik kirchengeschichtlichen Arbeitens. Dies soll in diesem Semester exemplarisch anhand der Beschäftigung mit Luthers Invocavitpredigten geschehen. Der Reformeifer derer, die in Wittenberg während Luthers Aufenthalt auf der Wartburg das Geschehen bestimmten, veranlasste diesen zur Rückkehr. Die daraufhin von Luther zwischen dem 9. und 16. März 1522 gehaltenen Predigten haben nicht nur nachhaltig ein Konzept von „Reformation“ geprägt, sondern berühren auch zentrale reformatorische Themen. Sie bieten damit einen spannenden Blick auf die Klärungsprozesse früher reformatorischer Theologie und Reformkonzepte.
  3. Verpflichtende Bedingung für die Anerkennung der Leistungspunkte (3 LP) ist die Teilnahme an der Archiv-Exkursion (Freitag, 17. April 2026 von 14.00–18.00 Uhr), sowie die Bereitschaft zur Übernahme eines Referates oder Essays. Weitere 5 LP können durch eine entsprechend bewertete Proseminararbeit erbracht werden.
  4. Zur Anschaffung empfohlen:
  • Jammerthal, Tobias / Janssen, David B. / Reinert, Jonathan / Schuster, Susanne: Methodik der Kirchengeschichte. Ein Lehrbuch, Tübingen, 2002.

20. IS Integrationsseminar Kirchengeschichte (Lucas)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
20. IS Integrationsseminar Kirchengeschichte 2 6 Lucas
  1. Das Integrationsseminar richtet sich an Studierende in der Examensvorbereitung (cand. theol.).
  2. Das Integrationsseminar zur Examensvorbereitung dient der „Reaktivierung“ und Ergänzung der im Verlauf des Studiums erworbenen Kenntnisse im Fach Kirchengeschichte und zwar auf Grundlage eines differenzierten Lektüreplanes, der Quellen- und Sekundärliteratur umfasst. Die Veranstaltung dient der notwendigen Konzentrierung sowie Strukturierung der eigenen Vorbereitung, bietet Orientierung und ermöglicht eigenständiges Verknüpfen und Verstehen.
  3. Quellen und Sekundärliteratur werden zu Seminarbeginn bekanntgegeben.
  4. Neben der aktiven Teilnahme ist für die Anerkennung der 6 Leistungspunkte auch die Erstellung eines Thesenpapiers notwendig.

21. UE Konzepte, Vertreter und Strömungen im Pietismus (Lucas)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
21. UE Konzepte, Vertreter und Strömungen im Pietismus
Verwendbarkeit: BM, AM
2 2 Lucas
  1. Die Lehrveranstaltung richtet sich an Studierende aller Semester, die grundlegende Kenntnisse der Kirchengeschichte vertiefen und den Pietismus in seiner historischen wie auch aktuellen Bedeutung verstehen möchten.
  2. Ziel der Übung ist es, durch die Lektüre und Analyse zentraler Quellentexte, flankiert durch ausgewählte Sekundärliteratur, Konzepte, Vertreter:innen und Strömungen im Pietismus kennenzulernen. Im Mittelpunkt stehen zentrale theologische Konzepte, prägende Vertreter sowie unterschiedliche pietistische Strömungen vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Neben klassischen Texten (u.a. Philipp Jakob Spener, August Hermann Francke, Nikolaus Ludwig von Zinzendorf) werden auch regionale Ausprägungen und Wirkungen des Pietismus in Kirche, Frömmigkeit und Gesellschaft behandelt. Die Übung arbeitet text- und quellenorientiert und lädt zur kritischen Diskussion pietistischer Theologie und Praxis ein.
  3. Quellen und Sekundärliteratur werden zu Beginn der Veranstaltung bekannt gegeben.
  4. Voraussetzung für die erfolgreiche Teilnahme an dieser Lehrveranstaltung ist die Bereitschaft zur engagierten Mitarbeit, sowie zur Übernahme eines Referates.

22. UE Antisemitismus, Rassismus, Lolonialismus in der Theologie – zwischen Kampfbegriff und Analysetool (Töllner / Walz)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
22. UE Antisemitismus, Rassismus, Kolonialismus in der Theologie – zwischen Kampfbegriff und Analysetool (geblockt; s. Nr. 39)
Verwendbarkeit: IBM, IAM
2 2 Töllner / Walz

Vorbesprechung: Mittwoch, 15. April 2026, 18.00 Uhr per Zoom
Blocktermine: 17./18. April 2026; 24./25. April 2026
Raum: Dorothee-Sölle Haus

  1. Das Blockseminar eignet sich für Studierende aller Studiengänge.
  2. Antisemitismus und Rassismus sind menschenverachtende Ideologien. Kolo­nialismus und Imperialismus gehen ebenfalls mit menschenfeindlichen Legitimationen einher; weltweit haben sie zu Unterdrückung, Verlust von Land, Kultur und Religion geführt, mancherorts zu Genozid. Die christliche Theologie war und ist in diese Menschenfeindlichkeiten verstrickt.
    Derzeit stehen sich Akteur:innen in den öffentlichen Debatten, die sich eigentlich alle dem Engagement gegen Diskriminierung verschrieben haben, polarisiert, manchmal geradezu feindselig gegenüber. Antisemitismuskritik, Rassismuskritik und Kolonialkritik sind in ein Konkurrenzverhältnis geraten. Die Kriege im Nahen Osten und Iran verschärfen die hiesigen Konflikte. Eine analytische Distanz ist oft kaum mehr möglich, sodass interreligiöse Dialoge und Gespräche zwischen Engagierten mancherorts eingefroren sind.
    Im Blockseminar analysieren wir die theoretischen Grundlagen von Anti­semi­tismus, Rassismus und Kolonialismus in der Theologie; des Weiteren die Ursachen, aus denen sich diese verhärteten Fronten entwickelt haben, insbesondere zwischen Antisemitismuskritik, Rassismuskritik und postkolo­nia­ler bzw. dekolonialer Kritik. Welche Wege könnte es geben, um die Pola­risierungen zu überwinden? Wie könnte es gelingen, kritikfähig zu bleiben und gemeinsam für Opfer von Menschenverachtung einzutreten? Welche theologischen Ansätze sind hilfreich? Gemeinsam mit der jüdischen Philo­so­phin Rebecca R. Mitzner (Bamberg) suchen wir nach konstruktiven An­sät­zen.
  3. Vorkenntnisse werden keine vorausgesetzt.
  4. Aktive Mitarbeit, insbesondere Bereitschaft zu Diskussion und Gruppen­arbeit wird erwartet.
  5. Lektüre zur Vorbereitung wird zur Verfügung gestellt.

23. UE Quellen zur Geschichte der Frauenordination (Zeiß-Horbach)

Nr. Art Titel und Beschreibung SWS LP Lehrende
23. UE Quellen zur Geschichte der Frauenordination (geblockt)
Verwendbarkeit: nur WB
2 2 Zeiß-Horbach

Konstituierende Sitzung: 23. April 2026, 16.00–16.45 Uhr, Hörsaal II
Blocktermine:
22./23. Mai 2026; Freitag, 14.00–18.00 Uhr; Samstag, 9.00–16.00 Uhr
12./13. Juni 2026; Freitag, 14.00–18.00 Uhr; Samstag, 9.00–16.00 Uhr
Raum: Dorothee-Sölle-Haus
Anmeldung erforderlich: auguste.zeiss-horbach@augustana.de

  1. Studierende aller Semester. Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit und zu einem Kurzreferat.
  2. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts begannen die ersten Frauen mit dem Theologiestudium. Sie wünschten sich die Mitarbeit im geistlichen Amt. Mit der Zulassung der Frauen zum Universitätsstudium Anfang des 20. Jahrhun­derts wurden die deutschen evangelischen Landeskirchen vor die Frage der Frauenordination gestellt. Sie blieb viele Jahrzehnte ein besonders umstrit­tenes kirchliches Thema. In der bayerischen Landeskirche beschloss die Synode 1975 die Ordination von Frauen.
    Die Übung nimmt die Diskussion über die Frauenordination innerhalb der deutschen evangelischen Landeskirchen, insbesondere im Luthertum, in den Blick. Die theologischen Begründungsmuster von Gegnern und Befür­wortern und die damit zusammenhängende Auseinandersetzung mit eman­zipatorischen Forderungen werden deutlich.
    Im Zentrum der Übung steht das gemeinsame Studium archivalischer Quel­len. Darüber hinaus bietet sie einen Einblick in die Entwicklung der Frauen­geschichtsforschung und kirchengeschichtlichen Genderforschung.
  3. Anerkennung der Leistungspunkte bei regelmäßiger Teilnahme und gehal­tenem Kurzreferat.
  4. Zur Vorbereitung empfohlen (fakultativ):
  •      Erhart, Hannelore (Bearb.): Dem Himmel so nah – dem Pfarramt so fern. Erste evangelische Theologinnen im geistlichen Amt, Neukirchen-Vluyn 1996.
 
 
 
 


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