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Theologie auf dem Campus

 
 
 
Studenten auf dem Campus

Augustana-Hochschule

Geschichte

Die Augustana-Hochschule wurde 1947 auf dem Hintergrund der Erfahrungen in der Zeit des Nationalsozialismus von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern ins Leben gerufen. Es sollte sichergestellt werden, dass theologische Lehre und Forschung auch unabhängig von staatlicher Einflussnahme stattfinden kann.

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Die Geschichte im Überblick

Georg Merz und die frühen Jahre (1947 – 1957)

Georg Merz

Georg Merz

Nach dem zweiten Weltkrieg und unter dem Eindruck der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft betrieb Georg Merz, der in den 30er Jahren als theologischer Dozent und Leiter der von Bodelschwingh d.Ä. begründeten Theologischen Schule in Bethel gewirkt hatte, die Gründung einer entsprechenden eigenen Kirchlichen Hochschule für Bayern.

Sein Ziel war daher einerseits die Unabhängigkeit der theologischen Ausbildung von staatlichen Stellen. Sein weiteres Anliegen jedoch bestand darin, zukünftigen wie amtierenden Theologen die Möglichkeit zu eröffnen, neben der akademischen universitas litterarum auch die universitas ecclesiae, d.h. die Kirche in ihren Wesensäußerungen von Gottesdienst, Diakonie und Mission, unmittelbar kennenzulernen. Theologische Aus- wie Weiterbildung sollten im Kontext einer Kirchengemeinde und deren gottesdienstlichem, diakonischem und missionarischem Leben erfolgen, in ihnen sollten Denken und Glauben, praxis pietatis und kritische Reflexion, wissenschaftliche Forschung und das Lernen in den geistlichen Handlungsfeldern der Gemeinde zu einer Einheit verbunden sein. Georg Merz wünschte sich ein gemeinsames Leben von Dozenten und Studenten beider Bildungsphasen in einer geistlichen und akademischen vita communis. Wie Friedrich von Bodelschwingh so verstand auch er die kirchliche Ausbildung als Ergänzung, nicht als Konkurrenz zur bestehenden universitären Theologenausbildung.

Aus ersten Ansätzen, in denen seit 1945 theologische Kurse für „geistliche Kriegsheimkehrer“ in Heilsbronn erteilt wurden, erwuchsen ab 1946 das Pastoralkolleg und im Jahre 1947 die Augustana-Hochschule in Neuendettelsau – einem Ort, der durch das Wirken Wilhelm Löhes und die Existenz des Diakonie- und des Missionswerkes geradezu prädestiniert erschien für das von Georg Merz verfolgte Projekt. Der Name "Augustana-Hochschule" wurde im Gedenken an das auf dem Reichstag zu Augsburg am 25. Juni 1530 abgelegte lutherische Bekenntnis ("Confessio Augustana") gewählt. Damit war die erste kirchliche Hochschule gegründet, deren Status von Beginn an durch Kirchen- und Staatsgesetz geregelt war.

Studierstube der ersten Jahre

Studierstube der ersten Jahre

Hatte man zunächst mit etwa 50 Studenten gerechnet, so wurde bereits im Sommersemester 1949 mit 116 Studenten die Hundertzahl überschritten. 1955 konnte auf  dem Gelände der ehemaligen Munitionsfabrik der Wehrmacht ("Muna") der heutige Standort der Augustana-Hochschule erworben werden. Nachdem man die ehemaligen Offiziers- und Mannschaftsunterkünfte für die akademische Nutzung umgebaut hatte, errichtete man im Laufe der Zeit mehrere Gebäude mit Wohn-, Seminar-, Bibliotheks- und Wirtschaftsräumen.

Bei allen weiteren Entwicklungsschritten achtete Georg Merz stets darauf, dass die Nähe und Kooperation mit den anderen kirchlichen Werken und Diensten vor Ort und die vita communis erhalten oder ausgebaut wurden. Von Anfang an wurden auch Elemente studentischer Selbstverwaltung in die Satzung aufgenommen, die sich bis heute erhalten haben und das Leben an der Hochschule mit bestimmen. Das von Georg Merz der Augustana-Hochschule anvertraute Erbe bringt vielleicht der Immatrikulationsspruch am besten zum Ausdruck: "Wir wollen mit Eifer die Heilige Schrift lesen, uns in ihrem Verständnis üben und Gemeinschaft unter dem Worte Gottes halten und bewahren."

Von der Ära Andersen bis zur Jahrtausendwende (1957 – 2000)

Lesesaal der Bibliothek

Lesesaal der Bibliothek

Nachfolger von Georg Merz als Rektor wurde 1957 Wilhelm Andersen; er leitete die Augustana-Hochschule 14 Jahre lang. Unter seiner Ägide wurde 1966 eine eigene Kapelle in der Mitte des Campus errichtet, deren markante runde Form mit ihrer Kuppel aus Holz bis heute einen besonders wichtigen Akzent setzt im Setting der parkähnlichen Gesamtanlage der ehemaligen Muna-Bebauung. Das nach ihm benannte Andersen-Haus mit Seminar- und Wohnräumen und die 1980 errichtete Bibliothek ergänzten das vorhandene architektonische Setting in harmonischer Weise.

Weniger harmonisch ging es manchmal Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre zu, als sich auch an der Augustana-Hochschule die Auswirkungen der Studentenproteste bemerkbar machten. Jetzt zeigte sich, dass man die schon unter Georg Merz eingerichteten Mitbestimmungsrechte der Studierenden nur zu erweitern und anzupassen brauchte, ohne eine grundsätzliche Wende vollziehen zu müssen. Es blieb zwar seitdem eine Mehrheit der Professoren und Professorinnen für Fragen von Forschung und Lehre gesichert, doch wird das hochschulpolitische Tagesgeschehen im zentralen Gremium der Hochschule (das erst "Concilium", dann "Hochschulrat" und dann "Senat" hieß) seitdem nach dem Prinzip „one man, one vote“ ebenso von den Studierendenvertretern und den Vertretern des akademischen Mittelbaus bestimmt. Eine andere Neuerung ergab sich aus der Einführung des Wechselrektorats zum Wintersemester 1971/72. Die immer aufwendigeren Rektoratsgeschäfte, aber auch eine neue Sensibilisierung für Machtpositionen veranlassten das Dozentenkollegium zu einer Demokratisierung dieses Amtes. Seit 1974 ist die Augustana-Hochschule durch ihren Rektor in der Westdeutschen Rektorenkonferenz vertreten, seit 1979 ist sie Mitglied des Evangelisch-Theologischen Fakultätentages. Die ersten Kontakte zu anderen Hochschulen und Gemeinden ergaben sich schon bald nach der Gründung. Traditionell gute Beziehungen bestehen zum katholischen Pendant der Augustana-Hochschule, der philosophisch-theologischen Hochschule in Eichstätt (heute: Theologische Fakultät der Katholischen Universität).

Ausländische Studierende waren schon früh feste Mitglieder der Campus-Familie. Zu ihnen zählten Studenten der Gemeindefakultät Oslo, des Wartburg-Seminary in Dubuque (Iowa, USA), mit der Theologischen Hochschule in Makumira (Tansania), dem Martin-Luther-Seminary in Lae (Papua-Neuguinea), der Escola Superior de Teologia in São Leopoldo (Brasilien) u.a.m. Die 1981 gegründete „Gesellschaft der Freundinnen und Freunde der Augustana-Hochschule e.V.“ bietet ein Forum der Begegnung mit den ehemaligen Studierenden.

Diskussion unter Studierenden

Diskussion unter Studierenden

Mitte der 70er Jahre avancierte die Evangelische Theologie zum "Massenfach" mit rapide ansteigenden Studierendenzahlen. Für die Augustana-Hochschule stellte sich die Aufgabe, die faktische Angleichung an die staatlichen Fakultäten zu bejahen und zugleich Charme und Chancen eines intensiven Campuslebens abseits der Massenuniversitäten zu bewahren.

Nachdem der Hochschule schon 1973 das Recht zu Promotionen in Verbindung mit den theologischen Fakultäten in Erlangen und München zugesprochen worden war, erhielt sie 1990 auf Beschluss des Bayerischen Landtags auch das eigenständige Promotions- und Habilitationsrecht. Im Wintersemester 1991/92 wurden die ersten Promotionsverfahren abgeschlossen, im Wintersemester 1993/94 erstmals die Ehrendoktorwürde an Wilfried Joest und Walter Burkert verliehen.

Notizen zu aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen

Unter dem Aspekt „Forschung und Lehre“ sind u.a. folgende Aspekte von Bedeutung:

  • An der Augustana-Hochschule wurden seit 1992 über 100 Promotionsprojekte und über 20 Habilitationsverfahren zum erfolgreichen Abschluss gebracht.  Bisher elf Personen wurden für ihr herausragendes Lebenswerk in Wissenschaft und Kirche, Literatur und Theologie mit dem Ehrendoktorat ausgezeichnet.
  • Seit dem Jahr 2000 wurden insgesamt sechs neue Institute und Projektarbeits-Gruppen an der Augustana gebildet (persönlichkeit & ethik, Zentrum für Philosophie und Rhetorikforschung, Institut für Evangelische Aszetik, Internationales Institut für Feministische Forschung, Löhe-Forschungsstelle, Institut für christlich-jüdische Studien), weitere Sonderforschungs-bereiche etabliert und mehrere Symposien abgehalten (etwa zur „Theorie der Exegese“ oder zu Schleiermacher).
  • Das Lehrangebot wurde ausgeweitet und ergänzt durch eine eigene Stelle für Gesangs- und Musikpädagogik, durch eine Reihe von Ringvorlesungen (z. B. durch die Diakoniewissenschaftliche Sozietät) oder durch Studientage der o.g. neuen Institute sowie durch Studienfahrten (u.a. nach Griechenland, Rom, Israel, Libanon, Istanbul), Exkursionen (in Museen und Archive) und Theaterfahrten.
  • Ca. 15 Jahre nach Schließung des alten Spätberufenen-Seminars wurde um 2000 ein Studiengang für Pfarrverwalter und Pfarrverwalterinnen wieder eingerichtet. Frauen und Männer ab 26 Jahren mit abgeschlossener Berufsausbildung können sich in einem ein- bzw. vierjährigen Studiengang zum Pfarrverwalter bzw. zur Pfarrverwalterin ausbilden zu lassen und damit als Pfarrer und Pfarrerin arbeiten.
  • Die Augustana-Hochschule durchlief als wissenschaftliche Theologische Hochschule ein aufwändiges Akkreditierungsverfahren und wurde 2014 von ACQUIN akkreditiert.

Unter dem Aspekt „Umbau des organisatorischen Rahmens“ ist wichtig:

  • Gründung einer eigenen Hochschulstiftung (2003) zur Stabilisierung und Absicherung der Finanzierung der Hochschule
  • völlige Umstellung der Bibliothek auf EDV (2004), Ermöglichung der online-Ausleihe und des online-Zugriffs auf durch die Bibliothek lizensierte Datenbanken
  • Einführung eines Kuratoriums für die Hochschule 2007
  • Umbenennung des alten Hochschulrats in Senat
  • Etablierung der Stelle eines Verwaltungsleiters/einer Verwaltungsleiterin, die unmittelbar dem Rektor/der Rektorin zuarbeitet bzw. ihn/sie von verwaltungstechnischen Aufgaben entlastet

Unter dem Aspekt „Anpassungen der Studienorganisation“ verdient Erwähnung:

  • Einführung und Abschaffung der Studienbeiträge für Studierende (!)
  • Einführung einer Zwischenprüfung und entsprechende Modifikationen an der Ordnung für das erste Theologische Examen
  • Modularisierung der gesamten Studienstruktur seit 2009/10 im Zusammenhang des Bologna-Prozesses

Campus der Augustana

Und auch der Campus erlebte manche Veränderung im letzten Jahrzehnt:

  • Umbenennung des alten Meiserhauses in „Hauptgebäude“ (nach langer Debatte und mit noch längerer anschließender Diskussion) und Umbenennung der „Wache“ in „Dorothee-Sölle-Haus“ (beides 2006)
  • Einrichtung eines Augustana-Gästehauses in der Finkenstraße (2008)
  • Sanierung, neue Möbel und neue Einrichtungen in vielen Gebäuden des Campus
  • durchgreifende energetische Sanierung aller Gebäude (2011; „Grüner Gockel“, EMAS-Zertifizierung)
  • Renovierung und neuer Ausbau der Augustana-Bar (2014)
  • Ausführung eines Erweiterungsbaus der Bibliothek 2014/2015

Links zu ausführlicheren Darstellungen

Wesentlich ausführlichere Darstellung zur Geschichte der Augustana-Hochschule gibt es unter folgenden Links:


Zentrales Medium für die Öffentlichkeitsarbeit der Hochschule ist spätestens seit Beginn des neuen Jahrtausends die Augustana-Website, die gerade (2015) in weiter optimierter Gestalt ihren vierten relaunch erlebt. Hier finden sich unter „Aktuelles“ Woche für Woche, Monat für Monat und Jahr für Jahr die jeweils wichtigsten Informationen über und Berichte aus dem Leben und Lernen, Forschen und Studieren an der Augustana-Hochschule.

 
 
 
 


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